Anklage im Fall Kandaouroff

Raub mit Todesfolge

Vor zehn Monaten wurde der Unternehmer Klaus Kandaouroff, dem auch das Hotel "Mutter Althoff" in Vinnum gehörte, erschossen. Jetzt hat die Bochumer Staatsanwaltschaft Anklage gegen die drei mutmaßlichen Täter erhoben. Der Vorwurf: Raub mit Todesfolge.

BOCHUM / DATTELN / VINNUM

von Von Jörn Hartwich und Werner von Braunschweig

, 05.04.2011, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der getötete Hotelier Klaus Kandaouroff

Der getötete Hotelier Klaus Kandaouroff

Bei den Angeklagten handelt es sich um Mladen P. (43) aus Haltern, Michael M. (46) aus Schermbeck und Volker H. (47) aus Haltern. Wie es heißt, soll Mladen P. bereits vor Jahren daran gedacht haben, Kandaouroff auszurauben. Genau an diesen Plan soll er schließlich wieder aktiviert haben. Das Ziel: Schmuck und Bargeld. Kandaouroff sollte gefesselt und anschließend gezwungen werden, seinen Haus-Safe zu öffnen. Die Angeklagten hatten offenbar gehofft, dort mehrere hunderttausend Euro zu finden. Volker H. soll seine beiden Komplizen damals zum Tatort gefahren haben. Er selbst wartete danach angeblich auf dem Parkplatz eines nahen Fastfood-Restaurants, aß einen Hamburger. Für seinen Anwalt Hans Reinhardt ist die Beteiligung des 47-Jährigen noch immer unbegreiflich. „Er war sozial sehr engagiert“, sagte der Marler Strafverteidiger.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Mladen P. dem 80-jährigen Kandaouroff erst einen geladenen Revolver (Kaliber 357) an den Kopf hielt, dann aus Versehen abdrückte. Staatsanwalt Dieter Justinsky ist sich sicher,  dass alle drei Angeklagten wussten, dass die Tatwaffe geladen war. Von einem Mord ist in der Anklage nicht mehr die Rede. Eine Verurteilung zu lebenslanger Haft ist allerdings auch für einen Raub mit Todesfolge möglich. Die Mindeststrafe beträgt zehn Jahre Haft. Mladen P. muss sich außerdem noch für einen Raubüberfall auf eine 76-jährige Seniorin aus Bochum verantworten. Der Prozess vor dem Bochumer Schwurgericht wird spätestens im August beginnen.  

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