Auf Sand gebaut: Neue Lippebrücke in Ahsen benötigt 20 Meter-Fundament

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Die Lippebrücke in Ahsen steht auf „wackeligen Grund“. Weil Fachleute bei der Baugrunduntersuchung auf tiefe Sande gestoßen sind, wird der Brückenneubau zu einer aufwendigen Angelegenheit.

Olfen

, 25.06.2020, 08:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie die Zeit vergeht: Bereits seit April 2018 ist die Lippebrücke in Ahsen gesperrt. Seitdem scheint für den interessierten Beobachter nicht ganz viel passiert. Zumindest hat sich die Situation nicht verändert. Das sieht der Kreis Recklinghausen naturgemäß anders und hat für alle Pendler eine hoffnungsvolle Nachricht.

„Der Zeitplan wird eingehalten“, sagt Kreis-Pressesprecher Jochem Manz. Mitte 2022 werde die neue Brücke freigegeben. Bis zur Fertigstellung haben die Bauarbeiter aber noch Schwerstarbeit zu leisten. Tiefe Sande erfordern einen hohen Aufwand. Bis zu einer Tiefe von 20 Meter müssen sie bohren.

12 Fundamente mit einem Durchmesser von 1,20 Meter

„Auf beiden Seiten der Lippe werden jeweils sechs Fundamente mit einem Durchmesser von 1,20 Meter notwendig“, sagt Manz. Ein gewaltiger Aufwand, der seinen Preis hat. Aktuell rechnet der Kreis Recklinghausen mit Baukosten von 5,8 Millionen Euro. Ein Förderantrag ist nach Aussage der Kreisverwaltung gestellt - aber noch nicht entschieden.

Einen klaren Plan hat der Kreis Recklinghausen hingegen, wie ein LKW-Durchgangsverkehr nach der Freigabe der Brücke verhindert werden kann. Der ursprüngliche Plan, die Maximallast der LKW zu beschränken, sei rechtlich nicht möglich, sagt Pressesprecher Jochem Manz.

Jetzt soll es bauliche Maßnahmen geben, die die Brückennutzung und die Durchfahrt durch den Ahsener Ortskern unmöglich machen. Manz kündigte „technische Lösungen“ an. Wie sie im Detail aussehen, sagte er nicht. Aber das Ergebnis ist klar.

LKW sollen neue Brücke nicht passieren können

Die Durchfahrt wird auf beiden Seiten so schmal, dass LKW sie nicht passieren können. Das hat allerdings Folgen. Es wird nach Auskunft der Coesfelder Kreisverwaltung frühzeitig Schilder für LKW-Fahrer geben. Zusätzlich soll es aber an beiden Seiten Wendemöglichkeiten für die LKW-Fahrer geben, die die Schilder ignoriert haben.

Nach den Probebohrungen an der Lippebrücke steht fest, dass sehr tiefe Fundamente für den Brücken-Neubau notwendig sind.

Nach den Probebohrungen an der Lippebrücke steht fest, dass sehr tiefe Fundamente für den Brücken-Neubau notwendig sind. © Andreas Kalthoff

Auch ohne (Vor-)Arbeiten für den Brückenbau müssen Verkehrsteilnehmer bereits ab August mit Einschränkungen auf der Lippestraße in Ahsen rechnen. „Bis Dezember wird der Kanal erneuert. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rund 1,4 Millionen Euro“, sagt Kreis-Pressesprecher Jochem Manz.

Für viele Pendler ist diese Sperrung eher eine Randnotiz, sie haben sich in den vergangenen Monaten „ihren Weg“ zum Arbeitsplatz gesucht und wohl auch gefunden. Vom anfänglich starken Protest nach der Sperrung der viel befahrenen Brücke ist derweil nicht viel übrig geblieben.

Auch die „Interessengemeinschaft Lippebrücke und Ortsumgehung“ (Iglo) ist seit Monaten nicht mehr in die Öffentlichkeit gegangen. Der letzte Beitrag auf der Internetseite von Iglo stammt von Mitte Februar 2019.

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