Drohnen (Symbolbild) kommen nicht selten bei der Unfallaufnahme durch die Polizei zum Einsatz, um sich einen besseren Überblick über die Unfallaufnahme zu verschaffen. © picture alliance/dpa
Motorradunfall

Ausflug endet für Motorradfahrer (24) tödlich – Mitfahrer konnten nicht helfen

Es sollte wohl ein gemütlicher Ausflug werden. Aber die Fahrt endete für einen jungen Motorradfahrer tödlich. Seine Mitfahrer konnten ihm nicht mehr helfen.

Am Sonntag, 21. November, befuhr eine fünfköpfige Gruppe von Motorradfahrern in der Bauerschaft Leversum einen unbefestigten Wirtschaftsweg zwischen den Feldern. Aus bislang ungeklärter Ursache kam gegen 11.15 Uhr einer der Motorradfahrer, ein 24-jähriger Mann aus Lippstadt, mit seinem Motorrad von dem Weg ab und kollidierte mit einem Baum. So steht es in einer Pressemitteilung der Pressestelle der für Lüdinghausen zuständigen Kreispolizeibehörde Coesfeld.

Weiter heißt es in der Mitteilung: Trotz sofort eingeleiteter Erste-Hilfe- und anschließender Reanimationsmaßnahmen waren die Verletzungen zu schwer, so dass der 24-jährige Mann noch an der Unfallstelle verstarb.

Die anderen Motorradfahrer wurden nach Angaben der Polizei durch einen hinzugerufenen Notfallseelsorger betreut.

Hochspezialisiertes Verkehrsunfall-Team

Die Unfallaufnahme wurde durch ein hochspezialisiertes Verkehrsunfall-Team aus Münster durchgeführt. Bei einem solchen Team handele es sich um Spezialisten, die aus andere Polizeibehörden – wie zum Beispiel Münster oder Recklinghausen – hinzugezogen werden, weil die Kreispolizeibehörde Coesfeld nicht über solche Spezialisten verfüge, sagte am Montagmorgen Polizeisprecher Sascha Kappel auf Anfrage. „Solche VU-Teams werden grundsätzlich bei tödlichen Verkehrsunfällen herangezogen.“ Der Unterschied zur normalen Unfallaufnahme sei, dass die Mitarbeiter des Spezialteams zum Beispiel über Drohnen verfügen. „Die bieten einen besseren Überblick über die Unfallstelle, als wenn Beamte lediglich auf ein Fahrzeug steigen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Das hat etwas mit Spurensicherung zu tun.“


Trotz der umfangreichen Unfallaufnahme habe es aber keinerlei Verkehrsbehinderungen gegeben, teilt die Polizei-Pressestelle mit. Dazu sei die Unfallstelle zu abgelegen gewesen.

Die 2020-er Verkehrsunfallstatistik der Polizei hatte folgendes Bild ergeben: Mit einem Rückgang von gut 38 Prozent (von 13 in 2019 auf 8 in 2020) kann der Kreis Coesfeld eine deutlich bessere Bilanz bei den im Verkehr getöteten Menschen vorweisen als das Land NRW (minus 5,7 Prozent). Besonders erwähnenswert ist dabei aus Sicht der Polizei, dass sich unter den Opfern nur ein Kradfahrer befand. Diese Tatsache ist vor allem auch deshalb so bedeutsam, weil sich die Unfallzahlen bei den Motorradfahrern in 2020 deutlich (von 52 in 2019 auf 68) erhöht hat.

Dabei berichtete die Polizei von vielen Alleinunfällen – und von den Auswirkungen der Coronakrise. In der Pandemie haben nach Einschätzung der Polizei viele Menschen ihr fast schon eingestaubtes Motorrad „aus der Ecke geholt“. Für diese These spricht auch, dass Fahrfehler bei den Unfällen eine ungewöhnlich große Rolle gespielt haben. „Wir müssen was tun, um die Zahlen wieder zu drücken“, hatte es im März 2021 bei der Vorstellung der Statistik geheißen. Wohl wissend, dass der Kreis Coesfeld ein „Einfalltor“ für Motorradfahrer aus dem Ruhrgebiet und den Niederlanden ist.

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Arndt Brede

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