Beamter klagt: Drucker hat mich krank gemacht

Prozess in Münster läuft

Hat ihn der Drucker im Büro krank gemacht? Das behauptet ein Finanzbeamter aus Lüdinghausen. Seit Montag läuft ein Prozess am Verwaltungsgericht Münster. Die Richter müssen entscheiden, ob es sich in diesem Fall um eine Berufskrankheit oder einen Dienstunfall handelt. Und sie haben eine erste Tendenz erkennen lassen.

LÜDINGHAUSEN/MÜNSTER

23.03.2015, 12:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Michael Voges aus Lüdinghausen leidet unter Hautbeschwerden. Der ehemalige Beamte macht dafür den Drucker verantwortlich, der in seinem Büro stand.

Michael Voges aus Lüdinghausen leidet unter Hautbeschwerden. Der ehemalige Beamte macht dafür den Drucker verantwortlich, der in seinem Büro stand.

Zugeschwollene Augen, entzündete Haut und ein quälender Juckreiz überall: Seit Jahren leidet Michael Voges, Finanzbeamter aus Lüdinghausen, an einer sogenannten Kontaktdermatitis, sehr wahrscheinlich ausgelöst durch Feinstaub aus Drucker- und Kopierer-Tonern.

Sein Ziel, die Allergie als Berufskrankheit oder Dienstunfall anerkennen zu lassen, dürfte jedoch vorerst nicht von Erfolg gekrönt sein. 

Vor dem Verwaltungsgericht Münster stand der inzwischen 57-jährige Frühpensionär am Montag auf verlorenem Posten. Ein offizielles Urteil soll zwar erst in den nächsten zwei Wochen ergehen. Große Hoffnungen darf sich Voges aber wohl nicht machen. Ein klassischer Dienstunfall oder eine Berufskrankheit würden sich an anderen Kriterien bemessen, sagte der Richter.

Besondere Gefahr oder bedauerlicher Einzelfall?

Während ein Unfall in aller Regel ein einmaliges Ereignis und keine langsam immer schlimmer werdende Erkrankung ist, lautet die Hürde, die zum Erreichen der Anerkennung einer Berufskrankheit zu überspringen wäre, im Fall des Beamten aus Lüdinghausen so: Ist man als Steuerbeamter einer besonderen Gefahr ausgesetzt, im Dienst an einer Kontaktdermatitis zu erkranken?

Nach bisherigem Erkenntnisstand der Wissenschaft muss diese Frage wohl verneint werden. Von 10.000 Personen, die regelmäßig mit Tonerstaub in Kontakt kommen, bilden statistisch nur 1,1 Personen Symptome aus. Mit anderen Worten: Der 57-Jährige ist ein bedauerlicher Einzelfall.

Ex-Finanzbeamter hofft auf die Berufung

Michael Voges will trotzdem nicht locker lassen. Sollte das Verwaltungsgericht seine Klage abweisen, hofft er auf die Berufung beim Oberverwaltungsgericht. Sein Problem ist nämlich: 2012 musste er wegen anhaltender Beschwerden vorzeitig in den Ruhestand wechseln.

Finanziell könnte er die damit verbundenen Verluste aber nur mithilfe der angestrebten Anerkennung seiner Krankheit kompensieren. „Ich habe immer gerne gearbeitet“, sagte er am Montag vor Gericht. „Aber irgendwann konnte ich einfach nicht mehr.“

 

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