Bei völliger Dunkelheit arbeiten Taucher im Olfener Kanal

OLFEN Dimitri Scharlei sitzt in seinem Bauwagen und wärmt sich auf. Gleich wird er wieder ins eiskalte Kanalwasser abtauchen. Zurzeit arbeiten in Olfen zwei Taucherkolonnen mit je drei Personen auf beiden Seiten des Dortmund-Ems-Kanals.

von Von Matthias Münch

, 27.03.2009, 16:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Für seine Arbeit braucht Dimitri Scharlei Sauerstoff, aber nicht zum Atmen. Denn in der Flasche auf seinem Rücken ist ein normales Luftgemisch - allerdings hoch komprimiert. Sauerstoff und dazu Gas als Brennstoff braucht der Taucher, um unter Wasser seinen Schneidbrenner zu versorgen. Spundwände werden abgeschnitten Damit rückt Dimitri Scharlei stählernen Spundwänden zu Leibe. Auf Sohlehöhe schneidet er sie ab. Es sind Querspundwände, die im Zuge der Arbeiten für den neuen Straßentunnel an der B 236 in den Kanal eingebracht wurden.

"Jetzt wird die Sohle des Kanals vertieft und der neue Querschnitt wird hergestellt. Deshalb müssen die Spundwände nun nachgeschnitten werden", erklärt Ralf Lueg. Der Ingenieur vom Wasserstraßen-Neubauamt führt die Bauaufsicht an der Baustelle.

Die Kürzung der Spundbohlen ist nur ein Teil ihrer Arbeit. Außerdem überprüfen sie die Qualität der neu gebauten Kanalsohle.Gewaltiger Bauzug

Momentan zieht ein gewaltigen Bauzug auf großen Pontons am Kanalufer entlang. Am Anfang die Bagger, die den Kanal auf die nötige Tiefe und Breite ausheben. Dann kommt der Tonleger, der den Dichtungston auf die Sohle und die Böschung des Kanals aufbringt.Danach ist der Mattenleger an der Reihe. Von großen Rollen werden spezielle Textilmatten gezogen, an Ort und Stelle vernäht und auf die Tonschicht gelegt. Schließlich folgt der Ponton mit den Schüttsteinen, die auf die Matten gekippt werden.In viereinhalb Metern Wassertiefe Die Taucher treten immer dann in Aktion, wenn eine neue Tonschicht liegt. Denn die müssen sie kontrollieren. Dabei sind sie ganz auf ihr Gefühl angewiesen, weil es an der Kanalsohle in viereinhalb Meter Wassertiefe stockduster ist. Mit den Händen tasten sie durch ihre Neoprenhandschuhe den Ton ab. Außerdem ziehen sie in regelmäßigen Abständen Proben aus der Tonschicht, die später an Land auf Konsistenz und Zusammensetzung untersucht werden.

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