Berufsberatung auf Augenhöhe - Gesamtschüler in Olfen wollen es wissen

mlzWolfhelmschule

78 Schülerinnen und Schüler an der Gesamtschule Olfen sind Vorreiter für eine ganz neue Form der Berufsberatung. Eine Beratung auf Augenhöhe.

Olfen

, 20.12.2019, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knapp eineinhalb Jahre sind es zwar noch hin bis zum Abitur, doch so langsam gewinnt das Thema Berufswahl bei den Schülern der Q1 (Qualifikationsphase) an der Gesamtschule Olfen an Bedeutung. Die Informationsangebote sind bereits vielfältig, treffen aber nicht immer den Nerv der jungen Menschen.

„So etwas hätte ich mir auch gewünscht“, sagt nach einigen Gesprächen der ehemalige Gesamtschüler Hendrik. Die aktuellen Wolfhelmschüler stimmen ohne Ausnahme zu. Das neue Angebot der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH und der Schule kommt offensichtlich an.

Projekt hat sich in Hof in vielen Jahren bewährt

Bewährt hat es sich ohnehin. Nicht im Kreis Coesfeld, aber in Hof. Hier in Franken kommen schon seit 15 Jahren ehemalige Schüler nur wenige Jahre nach der Entlassung zurück an ihre Schule. Sie feiern das Wiedersehen mit alten Freunden. Noch wichtiger ist jedoch, dass sie jungen Menschen gut ein Jahr vor dem Abitur wichtige Informationen mitgeben.

Durch einen glücklichen Zufall ist die Wirtschaftsförderung im Kreis Coesfeld auf dieses erfolgreiche Projekt aufmerksam geworden. Zum Start in diesem Jahr sind neben der Wolfhelmschule Olfen auch das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Dülmen und das Joseph-Haydn-Gymnasium Senden beim Pilotprojekt dabei.

Wirtschaftsförderung hat die nächsten Schritte im Kopf

Sabrina Becker von der Wirtschaftsförderung hat für die nächsten Jahre große Pläne. Sie möchte weitere Schulen im Kreis Coesfeld für eine Teilnahme an dem Projekt begeistern. Angesichts des großen Erfolges in Hof kann sich Sabrina Becker in einem weiteren Schritt eine Party wie in Hof vorstellen.

Das Interesse an der ehemaligen Schule scheint recht groß zu sein. Antonia Hoppenberg, Koordinatorin für Studien- und Berufsberatung an der Wolfhelmschule, berichtet von einer weiter existierenden Whatsapp-Gruppe von bereits vor fünf Jahren entlassenen Abiturienten. „Da schreibt zwar kaum jemand etwas rein, aber es tritt auch keiner aus“, sagt Timo, der mittlerweile in der Dortmunder Stadtverwaltung arbeitet.

Schüler fragen nach den konkreten Aufgaben in Berufen

Hendrik hat hingegen seinen Abschluss an der Fachhochschule für Finanzen in Nordkirchen gemacht. Er musste einigen Schülern in einer kleinen Gesprächsrunde erst einmal im Detail erklären, was die Mitarbeiter im Finanzamt genau machen. Aus seiner Sicht ist das eine besondere Stärke des neuen Angebotes.

In kleineren Gruppen würden sich die Schüler eher trauen, Fragen zu stellen und im Detail nachzuhaken. Zudem sorge der geringe Altersunterschied dafür, dass aus Sicht der aktuellen Schüler die Informationen authentischer sind. „Wir wollen das Programm fortsetzen und möglichst ausbauen“, sagt Sabrina Becker.

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