Bildung für arme Kinder

OLFEN Ihr Herz schlägt für Afrika. Vor allem für Kamerun, aber nicht nur. Kürzlich hat sie auch Kenia bereist.

18.09.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 21 Jahre junge Stefanie Werdermann (Foto) hat 2005 zusammen mit Freunden in Olfen den Verein "Hilfe für Kamerun" gegründet. Seit 2006 studiert sie Kultur und Gesellschaft Afrikas in Bayreuth. RN-Redakteur Matthias Münch sprach mit ihr über ihre Projekte.

Frau Werdermann, wie oft waren Sie schon in Kamerun? Werdermann: 2003 und 2004 jeweils für vier Wochen in den Ferien. Und 2005/2006 war ich ein ganzes Jahr dort und habe an einer Schule für behinderte Kinder gearbeitet.

Am vergangenen Donnerstag haben Sie im Olfener Leohaus einen Vortrag über Kenia gehalten. Wie kamen Sie jetzt auf dieses Land?In diesem Jahr war ich mit einer Studentengruppe zwei Monate lang in Kenia, um Praktika zu machen und um Kisuaheli zu lernen, das dort gesprochen wird. Die Veranstaltung am Donnerstag war mit rund 30 Leuten ganz gut besucht. Wir haben dabei afrikanischen Schmuck, Taschen und Figuren verkauft und afrikanisches Essen angeboten. Alle Einnahmen fließen in unsere Kamerun-Hilfe.

Welches sind die Ziele Ihres Vereins?Ein übergeordnetes Ziel ist es, mehr Informationen über Afrika zu verbreiten. Viele haben ein völlig falsches Bild. Es gibt dort nicht nur Armut und Krankheit, sondern auch eine große Vielfalt der Kulturen und Lebensweisen.

Welches sind die konkreten Projekt in Kamerun?Das sind zurzeit drei Projekte in Douala: 1. In "Le Cameleon", der einzigen Einrichtung für geistig behinderte und taubstumme Kinder im Land, unterstützen wir zwei Kinder, die nicht sprechen und hören können. 2. In einer Schule für Aidswaisen finanzieren wir die Schulbildung von 16 Kindern und einen Notfalltopf, wenn zum Beispiel einmal die Lebensmittel knapp werden. 3. Im Rahmen einer weiteren Maßnahme fördern wir drei leistungsstarke Kinder aus einer armen Familie, die sich sonst keine Schulbildung leisten könnten. Unser Wunsch ist es, vor allem dieses letzte Projekt weiter auszubauen.

Was ist dazu notwendig?In erster Linie Geld. Wir finanzieren unsere Projekte derzeit aus zwei größeren Spenden von der Theo-Dahlmann-Stiftung und dem Rotary Club Lüdinghausen. Außerdem verdienen wir Geld mit unseren Verkaufsaktionen wie etwa am vergangenen Samstag beim großen Flohmarkt in Münster oder im Dezember wieder beim Weihnachtsmarkt in Olfen.

Und wie sieht es mit regelmäßigen Einnahmen aus?Das ist noch recht wenig. Wir sind bisher 16 Vereinsmitglieder, die einen Jahresbeitrag von zwölf Euro bezahlen. Und wir haben einige feste Spender. Wichtig wären weitere Sponsoren, die unser drittes Projekt unterstützen. Rund acht Euro pro Monat sind notwendig, um einem Kind aus einer armen Familie den Schulbesuch zu ermöglichen. Sponsoren in diesem Bereich können Kontakt zu den Kindern aufnehmen. Natürlich sind auch Einzelspender sehr willkommen.

Kontakt: Tel. (02595) 5504, E-Mail: Stefanie_Werdermann@yahoo.de Konto: Volksbank Lüdinghausen, BLZ: 40 16 45 28, Kontonummer: 27 53 77 13 00. Das Finanzamt erkennt Spendenquittungen an.

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