Borker Landweg wird in Vinnum gesperrt: Aus einem ernsten Grund

Wildschweinjagd

Der Borker Landweg wird in einem Teilabschnitt am Samstag, 5. Dezember, zeitweise gesperrt. Der Grund ist eine ernst zu nehmende Entwicklung.

Vinnum, Selm

, 04.12.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Wildschweinjagd in Vinnum soll dazu beitragen, unsere Region vor der afrikanischen Schweinepest zu schützen, die durch Wildschweine auf Mastbetriebe übertragen werden könnte.

Eine Wildschweinjagd in Vinnum soll dazu beitragen, unsere Region vor der afrikanischen Schweinepest zu schützen, die durch Wildschweine auf Mastbetriebe übertragen werden könnte. © picture alliance / dpa

Am Samstag, 5. Dezember, wird in Abstimmung mit dem Kreis Coesfeld der Borker Landweg zur sicheren Durchführung einer Drückjagd auf Wildschweine gesperrt. Das teilt Julien Corzilius, Leiter des Jagdbetriebs des Gutsbetrieb Sandfort mit.

Der Borker Landweg (K14) wird von der Kreuzung mit dem Vinnumer Landweg an der Reithalle Lützow bis zur Einmündung in die Sandforter Straße (K14) an der alten Rentei des Schlosses Sandfort gesperrt.

Die Sperrung findet statt zwischen 9 und 12 Uhr. „Sie ist für die Sicherheit der Autofahrer erforderlich, da überall auf der Strecke plötzlich und sehr schnell Wildschweinrotten und auch Hunde auftauchen und die Autofahrer gefährden können“, erklärt Corzilius in einer Pressemitteilung.

Region schützen

Aus welchem Grund findet die Wildschweinjagd denn statt? Antwort Julien Corzilius: „Die Jagd ist wichtig, um unsere Region gegen die afrikanische Schweinepest zu schützen, welche durch Wildschweine auf die lokalen Mastbetriebe übertragen werden könnte.“

Bei der afrikanischen Schweinepest (ASP) handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die ursprünglich auf Afrika beschränkt war. Das hat sich in den vergangenen Jahren vor allem in Osteuropa geändert. Seit dem 14. November 2019 wurden Fälle von ASP bei Wildschweinen auch im Westen Polens nachgewiesen, teilt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit.

Die ersten Nachweise erfolgten etwa 80 Kilometer von der deutschen-polnischen Grenze entfernt. Nach weiteren Fällen nahe der deutsch-polnischen Grenze wurde am 10. September 2020 ein erster Fall in Brandenburg bei einem Wildschwein sowie in der Folge weitere Fälle bei Wildschweinen innerhalb des festgelegten gefährdeten Gebiets bestätigt. Am 31. Oktober wurde die ASP bei einem gesund erlegten Wildschwein in Sachsen nachgewiesen.

Katastrophale Auswirkungen

Der Eintrag von Schweinepestviren in die hiesigen Wild- oder Hausschweinebestände hätte für die Schweinehalter und die Landwirtschaft in Deutschland katastrophale Auswirkungen, hat dazu der Veterinärdienst des Kreises Coesfeld regelmäßig mitgeteilt.

Vom Bundesministerium heißt es: Die Tierseuche ist für den Menschen ungefährlich. Auch vom Verzehr von gegebenenfalls kontaminierten Fleisch gehe keine Gefahr für die Gesundheit aus. Für Schweine sei die ASP allerdings in jedem Fall tödlich.

Eines ist Julien Corzilius noch wichtig, mitzuteilen: „Die Jagd findet aufgrund von Corona unter den gegebenen Hygieneregeln und Empfehlungen des Bundesministeriums statt.“

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