Melanie Töpper und ihre Showgruppe "Candys" tanzten und sangen für die Bewohner des St. Vitus-Stift im Haus Katharina. © Antje Pflips (A)
Melanie Töpper

Bürgerpreis Olfen 2020: Candys unterhalten und sammeln für guten Zweck

Aktiv sein, kreativ sein, unterhaltsam sein: Melanie Töpper liebt die Bühne. Eine Begeisterung, die ansteckt und seit Jahren Kreise zieht. Denn die Olfenerin hat Gutes im Sinn.

Die Kombination ist unschlagbar: Menschen prächtig unterhalten, dabei Spenden sammeln und gleichzeitig selbst viel Spaß haben. Mit diesem Konzept haben die „tanzenden und singenden Nonnen“ in Datteln viel Geld gesammelt. Vornehmlich für das André-Streitenberger-Haus, einer Einrichtung der Jugendklinik Datteln für Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls langzeitbeatmet werden müssen.

Seit 2006 mit dabei war Melanie Töpper, die schon früh mit Musik in Kontakt kam. „Mein Vater war Mitglied im Musikcorps. Ich habe im Verein auch zwei Instrumente gelernt“, sagt sie – „eine Olfenerin durch und durch“. So überrascht es nicht, dass sie acht Jahre später ein Idee für eine eigene Gruppe hat. „Wir saßen beim Karneval zusammen und haben ein Konzept entwickelt.“

Im Sommer 2014 ist es soweit. Melanie Töpper gründet eine WhatsApp Gruppe. Damals noch namenlos. Schnell finden sich weitere Interessierte. Die Geburtsstunde der Candys. „Wie wir zum Namen gekommen sind, wissen wir nicht“, sagt Melanie Töpper. Ist auch nicht so wichtig. Entscheidend sind das Konzept und das Engagement.

Spaß am Leben, Freude am Tanzen

„Wir sind eine Truppe mit vielen Charakteren verschiedenen Alters die eins verbindet: Spaß am Leben, Freude am Tanzen und Lust, diese Gefühle weiterzugeben. Unser Ziel ist auch gleichzeitig unsere Motivation: Wir möchten für Auftritte gebucht werden, ohne feste Gage. Stattdessen möchten wir Spenden sammeln – für den guten Zweck“, so die eigene Beschreibung.

Mittlerweile sind rund 6000 Euro zusammen gekommen – gespendet an den Arbeitskreis Asyl (Deutschkurse), die Feuerwehr, die Steversterne und andere.

„Das Geld soll möglichst in Olfen bleiben“, sagt Melanie Töpper. Einmal hätten die Candys jedoch 1000 Euro für die Jugendpsychiatrie in Datteln gespendet. Aber es muss nicht immer Bargeld sein, um Menschen zu erfreuen. So haben die Candys beispielsweise die Bewohner im St. Vitus- Stift mit einem fröhlichen Oktoberfest unterhalten.

„Wir vernetzen Leute miteinander“, sagt Melanie Töpper und spricht damit einen weiteren Ansatzpunkt der Candys an. Deshalb überrascht es nicht, dass die Gruppe gute Kontakte zu den verschiedensten Gruppen, Organisationen und Vereinen in der Stadt hat. Was aber machen die Candys, wenn es in der Corona-Krise keine Karnevalsfeiern, kein Oktoberfest oder Drachenbootrennen gibt?

Eine kleine Winterwunderwelt im ehemaligen Haus Hagen

Im Schaufenster des ehemaligen Haus Hagen ist eine kleine Winterwunderwelt entstanden. „Die Eisenbahn ist ein Erbstück der Familie Billermann. Die Burg stammt aus Kindertagen meines Mannes und ist schon 45 Jahre alt“, erklärt Melanie Töpper. Mit Ehemann Cristian und Uta Billermann hatte sie die Idee für dieses Szenario. Und natürlich waren die Candys auch gleich aktiv, als der Aufruf kam, die Tannen in der Innenstadt zu schmücken.

Aktuell zählen die Candys, die kein eingetragener Verein sind, 18 Mitglieder „total gemischten Alters“. In der Vor-Corona-Zeit haben sie sich einmal in der Woche im Haus Rena oder in der Halle der Bürgerschützen getroffen. „Aktuell wird es etwas ruhiger“, sagt Melanie Töpper, die ihre Rolle bei den Candys als „kreativen Kopf“ beschreibt. Aktuell gehe es aber vor allem darum, „sich nicht zu vergessen – und Dinge positiv zu beeinflussen.“

Obwohl das Engagement bei den Candys für Melanie Töpper schon recht zeitaufwendig ist, engagiert sie sich seit zwei Jahren auch bei der Stadtranderholung. „Hier habe ich aber eher einen betreuenden Part – beispielsweise bei der Fahrt zu den Karl-May-Festspielen oder einer Radtour. Aktionen, die hoffentlich im Sommer 2021 wieder möglich sind.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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