Vorfreude aufs Revierderby geht gegen Null: „Es fehlt das Kribbeln“

mlzGeister-Revierderby

Am Samstag steigt in der Fußball-Bundesliga das Derby zwischen Dortmund und Schalke vor leeren Rängen. Die Vorstände der Fanclubs beider Lager aus Olfen sind nicht so heiß auf das Match.

Olfen

, 16.05.2020, 10:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Samstag (15. Mai) rollt in der Fußball-Bundesliga nach neun Wochen wieder der Ball. Am 26. Spieltag steigt direkt ein - vermeintlicher - Leckerbissen für die Fans: das Revierderby zwischen Dortmund und Schalke. Allerdings vor leeren Rängen wegen der Corona-Pandemie. Die Vorfreude bei den Vorsitzenden der Fanclubs der beiden Fanlager aus Olfen lässt deshalb zu wünschen übrig.

„Ich freue mich überhaupt nichts aufs Derby. Es fehlt einfach das Kribbeln und Frotzeln“, herrscht bei der Vorsitzenden des Olfener Schalke-Fanclubs Stever-Knappen, Martina Marott-von Stetten, keine richtige Vorfreude. Bevor die Bundesliga in die Corona-Pause ging, habe sie bereits das Geisterspiel zwischen Gladbach und Köln gesehen. „Das war ätzend. Ein Spiel ohne Fans zu sehen, tut mir in der Seele weh“, sagt sie.

„Hätten die Liga abbrechen sollen“

Der Re-Start der Bundesliga - bei ihr stößt diese Entscheidung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auf Unverständnis: „Die hätten die Liga einfach abbrechen sollen und gut ist. Aber da sieht man, dass es den Verantwortlichen nur um Kommerz geht. Die Entscheidung geht auf jeden Fall am Fan vorbei.“

Die Stever-Knappen um (v.l.) Daniel Khoukaz, Markus Marott, Anja Müller, Bernd Altekemper und Martina Marott-von Stetten mit dem Koordinator der Schalker Lizenzspieler-Abteilung, Sascha Riether (M., weißes Hemd), und S04-Sportchef Jochen Schneider (r.) Anfang des Jahres bei einer Fanclub-Bezirksversammlung.

Die Stever-Knappen um (v.l.) Daniel Khoukaz, Markus Marott, Anja Müller, Bernd Altekemper und Martina Marott-von Stetten mit dem Koordinator der Schalker Lizenzspieler-Abteilung, Sascha Riether (M., weißes Hemd), und S04-Sportchef Jochen Schneider (r.) Anfang des Jahres bei einer Fanclub-Bezirksversammlung. © Stever-Knappen

Das sieht auch Magnus Brüggemann, Vorsitzender des BVB-Fanclub Schwarz-Gelbe Gilde Olfen, so: „Ich bin BVB-Fan mit Herz und Seele. Aber, dass der Fußball jetzt wieder los geht, passt irgendwie nicht in die jetzige Situation. Der Fußball lebt doch von seiner Fankultur. Das Derby am Samstag lässt mich bisher auf jeden Fall kalt.“

Keine Bundesliga? „Am Anfang tat es weg“

„Am Anfang“, sagt er, „tat es weh ohne Bundesliga. Da hat etwas gefehlt.“ Inzwischen hatte er sich aber irgendwie daran gewöhnt, dass der Ball ruht. „Wenn die DFL die Saison abgebrochen hätte, wäre es für mich aber auch okay gewesen“, sagt er. „Die Spiele, die da jetzt kommen in Form von Geisterspielen, haben für mich nichts mit Fußball zu tun.“

Dennoch wird er das Spiel vor dem Fernseher verfolgen. „Mit eins, zwei Freunden und dem nötigen Abstand“, sagt er. Martina Marott-von Stetten schaut das Spiel ebenfalls. „Eigentlich wären wir vom Fanclub mit 60 Leuten zum Spiel gefahren. Ich schaue das Spiel jetzt aber nur mit meinem Mann“, sagt sie.

Ergebnis-Tipps gehen weit auseinander

Und weiter: „Innerhalb des Fanclubs wird es Samstagnachmittag in unserer Whatsapp-Gruppe heiß hergehen. Da haben wir ein gemeinsames Tippspiel gestartet.“ Was tippen die beiden Fanclub-Vorstände denn? „2:0-Auswärtssieg“, schießt es aus Schalke-Fan Martina Marott-von Stetten heraus. Magnus Brüggemann lehnt sich weiter aus dem Fenster: „Wir werden die drei Punkte locker holen. 4:1 für den BVB.“

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