Ingo Knüver, der Leiter des St. Vitus Stiftes freut sich über die aktuellen Entwicklungen. © Aschwer (Archiv)
Altenheim

Corona-Hotspot Vitus-Stift: Weihnachten mit Angehörigen nicht unmöglich

Seit dem 22. November häufen sich die Corona-Fälle im St.Vitus-Stift. Nun ist ein Ende in Sicht - und Hoffnung auf Weihnachten mit den Angehörigen, erzählt Heimleiter Ingo Knüver.

So hatte sich Ingo Knüver seine ersten Monate als neuer Leiter des St.-Vitus-Stifts nicht vorgestellt: Im Oktober trat er die Stelle an, Ende November infizierten sich einige Mitarbeiter und Bewohner mit dem Coronavirus. Drei Bewohner verstarben, eine Mitarbeiterin ist aktuell im Krankenhaus. Zwei neu infizierte Mitarbeiter und eine neu infizierte Bewohnerin sind das Ergebnis des Reihentests in dieser Woche.

„Das ist eine ziemliche Belastungsprobe für uns alle. So zermürbend die Situation für uns auch ist, sie schweißt uns als Team zusammen“, sagt Knüver. Unterstützung bekommt das St.-Vitus-Stift von allen Seiten: Fachpersonal von der Caritas und aus Arztpraxen hat seine Hilfe angeboten, um Personalengpässe aufzufangen. „Es ist ein phänomenales Gefühl, dass wir uns im Pflegebereich so aufeinander verlassen können. Ich würde auch jederzeit in einem anderen Heim aushelfen, wenn es nötig wäre – für mich selbstverständlich“, so der Heimleiter.

Hilfe von Fachkräften gleicht Krankenstand aus

Ausnutzen möchte Knüver die Hilfsbereitschaft der freiwilligen Helfer aber nicht: „Ich lade nur Helfer ein, wenn es wirklich nötig ist. Ich könnte es nicht verantworten, dass sich bei uns jemand ansteckt, der uns freiwillig neben dem Job hilft. Nächste Woche entspannt sich die Lage wieder – da kommt ein Großteil unserer Mitarbeiter aus der Quarantäne.“ Doch wenn wieder Hilfe nötig wäre, seien die Helfer jederzeit zur Stelle – darüber ist der Heimleiter sehr dankbar.

Ähnlich erfreut ist er über die aktuelle Corona-Lage im St.-Vitus-Stift: 13 Mitarbeiterinnen und 15 Bewohner haben in der kommenden Woche ihre Quarantäne hinter sich – damit sind es aktuell nur noch drei infizierte Mitarbeiterinnen und eine Bewohnerin.

„Die meisten Betroffenen hatten nur leichte Symptome wie Kopfschmerzen oder Erkältungssymptome, kein Fieber und die Sauerstoffsättigung im Blut war in Ordnung. Drei Verstorbene sind drei zu viel, aber im Vergleich zu anderen Einrichtungen sind wir da noch gut weggekommen“, sagt Knüver. Für die Mitarbeiterin, die aktuell mit Symptomen im Krankenhaus liegt, stellen die Kollegen ein „Gute-Besserungs-Paket“ zusammen.

Wichtelgeschenke, Videochats und Trompetenmusik

Damit die Bewohner in der Weihnachtszeit etwas mehr Freude haben, wurde die Einrichtung ausgiebig geschmückt. Künftig sollen Musiker vor der Tür auftreten und Weihnachtslieder spielen. Und es gibt eine Wichtel-Aktion: Die Olfener können kleine Geschenke für die Bewohner abliefern. „Da gibt es richtig viel Resonanz – wir haben schon einige Geschenke auf Lager, die den Bewohnern die Zeit versüßen. Dafür sind wir den Bürgern dankbar“, sagt der Heimleiter.

Das St. Vitus-Stift ist aktuell für alle Besucher geschlossen. Kontakt zu den Angehörigen bekommen die Bewohner nun per Videochat auf dem Tablet. „Die Technik ist ganz neu für die Bewohner, deshalb ist immer ein Mitarbeiter dabei, der hilft. Zwei bis vier Videochats haben wir am Tag. Ehrlich gesagt haben wir mit mehr Andrang gerechnet“, sagt Knüver.

75 Bewohner leben insgesamt im Stift. Die können auf Weihnachten mit ihren Angehörigen hoffen: In Anbetracht der sinkenden Fallzahlen verhandelt Knüver in den kommenden Tagen mit der Gesundheitsbehörde um eine kontrollierte Öffnung der Einrichtung ab Weihnachten. Das heißt: Nach Terminvergabe.

Jeder Bewohner soll die Chance haben, über Weihnachten und darüber hinaus Besuch zu bekommen – sofern die Zahlen sich weiterhin positiv entwickeln. Um das zu überprüfen, geht Knüver von einem weiteren Reihentest am kommenden Dienstag (15. Dezember) aus – sicher sei das aber noch nicht. „Die Bewohner machen bei den Tests super mit – es ist ja auch schnell gemacht und tut nicht weh“, sagt Knüver.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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