So nah ist Wuhan (China): NSM-Mitarbeiter müssen Arbeiten abbrechen

mlzProjekte auf Eis

Riesenschock für die Mitarbeiter von NSM-Magnettechnik in Vinnum. Als in Wuhan (China) das Coroanvirus auftrat, waren sie gerade dabei, eine neue Anlage aufzubauen. Das hatte Folgen.

Olfen

, 27.04.2020, 14:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir haben den Einsatz in China sofort abgebrochen“, sagt Jens Ohnholz, Geschäftsführer von NSM Magnettechnik. Er ist wie Ralf Buscher (Mitglied der Geschäftsführung) froh, dass kein Mitarbeiter an dem neuartigen Coronavirus erkrankt ist - wie die Tests mittlerweile bewiesen haben.

Allerdings wirkt sich die Pandemie vielfältig auf den Geschäftsbetrieb und die insgesamt rund 250 Mitarbeiter aus. „Wir sind sehr stark vom Export abhängig“, sagt Raf Buscher. „Der Anteil liegt bei rund 80 Prozent.“ Ohnholz und Buscher räumen ein, dass in der Corona-Krise „vieles weggebrochen ist“.

NSM hat bislang „nur“ in einem Teilbereich Kurzarbeit angemeldet

Stark betroffen sind vor allem Projekte für die Autoindustrie - ein Schwerpunkt von NSM Magnettechnik. Die Hersteller hätten Projekte auf Eis gelegt. „In einem kleinen Teilbereich haben wir deshalb Kurzarbeit angemeldet“, sagt Buscher. Dabei muss es nicht bleiben.

„Wir prüfen immer wieder die Auslastung“, sagt Geschäftsführer Ohnholz. Er berichtet von Überlegungen zur Ausweitung der Kurzarbeit. Denn auch in anderen Bereich schlägt die Coronapandemie durch. Zwar würden aktuell noch Großanlagen ausgeliefert, aber „Montage und Inbetriebnahme steht gerade in Ländern wie Italien in den Sternen“.

Jens Ohnholz ist Geschäftsführer von NSM-Magnettechnik.

Jens Ohnholz ist Geschäftsführer von NSM-Magnettechnik. © Thomas Aschwer

Allerdings gibt es auch erste positive Signale. „Wir haben einen relativ großen Kundenkreis in China. Hier läuft es wieder an“, berichtet Ralf Buscher. Er berichtet aber von einem anderen Problem. Ausländische Firmen müssen erst einmal neue Arbeitsvisa beantragen. Ohne die Spezialisten sei die Inbetriebnahme der Maschinen nicht möglich.

Arbeitsabläufe in den Büros und in der Fertigung neu organisiert

Allerdings müssen sich die Rahmenbedingungen deutlich stärker der Situation vor der Pandemie angleichen, damit NSM hoffnungsvoller in die Zukunft blicken kann. „Wir reden natürlich mit dem Betriebsrat und den Mitarbeitern über die aktuelle Situation und die möglichen Folgen“, sagt Buscher.

Das habe NSM auch in den vergangenen Wochen intensiv getan. Mit der Folge, dass die Arbeitsabläufe neu organisiert wurden. Wo es möglich war, sind Mitarbeiter ins Homeoffice gegangen. Um die Abstände zu vergrößern, wird in den vier Großraum-Büros in zwei Schichten gearbeitet.

Die erste Schicht arbeitet von 6 bis 14.15 Uhr, die zweite von 14.45 bis 22.30 Uhr. „Jeder hat den Sinn und die Notwendigkeit erkannt“, sagt die Geschäftsführung. Vor allem auch deshalb, weil das Unternehmen versucht hat, die Interessen der Beschäftigten etwa bei der Kinderbetreuung zu berücksichtigen.

Reisen von Mitarbeitern auf das absolute Minimum beschränkt

Das gilt auch für die rund 100 Mitarbeiter in der Fertigung. Sie beginnen zeitversetzt - um 6 Uhr, um 6.30 und um 7 Uhr. Damit will das Vinnumer Unternehmen verhindern, dass zu viele Menschen gleichzeitig in die Halle gehen und gleichzeitig Pause machen. Kein Thema ist aktuell hingegen die Erweiterung des Bürogebäudes - obwohl die Baugenehmigung bereits vorliegt.

Jetzt lesen

„Wir wollten eigentlich jetzt beginnen“, sagt Ralf Buscher. Aber das Projekt sei aktuell auf Eis gelegt. Ganz vom Tisch es es aber nicht. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, betont Jens Ohnholz. Die entscheidende Frage sei, wann und wie welche Länder zurückkommen und wie große die Nachfrage nach Produkten „made in Vinnum“ ist.

An einen „Normalbetrieb“ ist aber aktuell auch bei NSM nicht zu denken. Reisen von Mitarbeitern sind auf das absolute Minimum reduziert. Besuche von Kunden in Vinnum gibt nur, wenn sie unbedingt notwendig sind.

„Mit den eingeführten Maßnahmen sind wir bislang gut gefahren“, sagen Ohnholz und Buscher. Priorität habe die Gesundheit. Das habe sich auch bei den Kollegen ausgezahlt, die in Wuhan waren. Keiner sei am Coronavirus erkrankt.

Lesen Sie jetzt