Darum waren am Donnerstag Kletterer auf dem Olfener Kirchturm unterwegs

mlzSt. Vitus

Kletterer auf dem Kirchturm: ein sehr ungewöhnliches Bild. Am Donnerstag war es aber in Olfen zu beobachten. Bis zum Wetterhahn waren sie hochgeklettert. Mit einem bestimmten Auftrag.

Olfen

, 08.02.2019, 13:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Kleine Gestalten“ (so zumindest sieht es vom Boden aus aus) klettern am Donnerstag auf dem Kirchturm herum - mit Seilen haben sie sich zu der 66 Meter hohen Spitze des Kirchturms vorgearbeitet, bis nach ganz oben, zum Wetterhahn. Natürlich nicht zum Spaß, wie Dieter Hogenkamp, Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Vitus, erklärt. „Das waren Industriekletterer“, sagt er einen Tag nach der Aktion auf Anfrage der Redaktion.

Diakon Stephan Börger erklärt außerdem, warum sie auf dem Olfener Kirchturm unterwegs waren: „Beim Sturm Frederike im Januar des vergangenen Jahres ist es zu einem Schaden am Wetterhahn auf der Kirche gekommen“, sagt er. Ein Versicherungsschaden, der jetzt behoben werden soll. In windiger Höhe. Kein Job für einen herkömmlichen Dachdecker.

Auf Kletterarbeiten an historischen Gebäuden spezialisiert

„Wir mussten überlegen, welche Firma damit beauftragt werden kann. Vom Autokran bis Hubschrauber war alles im Gespräch“, sagt Stephan Börger. Aber: Den Zuschlag hat schließlich die Firma Seilkonzept aus Kassel bekommen. Die hat sich auf die seilbasierte Arbeit an historischen Gebäuden und Kirchen spezialisiert.

Die Kletterer haben, so berichtet Börger, die Kugel, die die Befestigung des Wetterhahns verdeckt, abmontiert. Die liegt derzeit in der Kirche - an der Befestigung müssen die Kletterer vom Seilkonzept nämlich etwas reparieren. „Dazu müssen sie noch zwei Schrauben fertigen“, erklärt Stephan Börger. Die Arbeiten an Hahn und Kreuz sind noch nicht abgeschlossen. Der Hahn muss für die Reparatur auch ganz vom Dach geholt werden, erklärte Gernot de Bruyn. Geschäftsführer von Seilkonzept auf Anfrage der Redaktion.

Bei den Arbeiten wurde eine Zeitkapsel gefunden


Gefunden haben die Kletterer bei den Arbeiten am Donnerstag auch eine Zeitkapsel. Allerdings hat die Gemeinde sie noch nicht geöffnet, wie Pastoralreferent Martin Reuter im Gespräch mit der Redaktion erklärt.

„Wir werden das natürlich beizeiten machen“, sagt er. Wahrscheinlich, so schätzt er, werden Dokumente vom Turmbau (1877-1880) und von der Restauration Anfang der 80er-Jahre darin sein. „Wir werden die Kapsel dann natürlich auch mit Dokumenten von heute bestücken“, sagt Martin Reuter. Sie wird nämlich wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückgebracht. Denn: „Wir kommen auch noch ein zweites und ein drittes Mal“, sagt Gernot de Bruyn von Seilkonzept. Das ist auch der Grund, warum die Gerüste an der Vitus-Kirche stehengeblieben sind und auch noch Seile vom Turm herabhängen.

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