Das Vereinslokal der KG Kitt ist die Gaststätte Greskamp – und das seit 45 Jahren

Olfener Karnevalslokal

Ferdinande und Hannes Greskamp blicken zurück: Seit 45 Jahren gehen im Kitt-Lokal Prinzen und Präsidenten ein und aus. Da wurde auch schon mal auf dem Tisch getanzt.

Olfen

, 26.02.2019, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Vereinslokal der KG Kitt ist die Gaststätte Greskamp – und das seit 45 Jahren

Johannes und Ferdinande Greskamp sind stolz darauf, dass ihr Gasthaus seit 45 Jahren den Zusatz "Kitt-Lokal" führt. © Antje Pflips

Prinzen und Präsidenten gehen bei Ferdinande und Johannes Greskamp ein und aus – und das seit 45 Jahren. Fast ein halbes Jahrhundert gilt das Gasthaus Greskamp als „Kitt-Lokal“ und ist Ort vieler Sitzungen der Karnevalsgesellschaft Kitt.

„Wir machen weiter“, so Ferdinande Greskamp

Dass es da immer locker zugeht, weiß auch die Wirtin. „Ich habe immer einen Spruch auf den Lippen“, sagt sie. Besonders beliebt sind ihre „Wortgefechte“ mit den amtierenden Präsidenten oder auch Gästen. Das wird auch in diesem Jahr beim Prinzenfrühschoppen nicht anders sein. „Ich werde mir da schon was einfallen lassen“, meint die Wirtin selbstbewusst. Denn, wenn sie sich zu Wort meldet, wird jede Sitzung unterbrochen.

45 Jahre sind eine lange Zeit – aber ein Ende ist nicht abzusehen. „Wir machen weiter, auch wenn es andere Gerüchte in Olfen gibt“, bestätigt Ferdinande Greskamp. Sie ist diejenige, die für Stimmung sorgt. Ob bei Sitzungen oder an Weiberfastnacht. Wenn dann ihr Lieblingslied „Rote Rosen“ gespielt wurde, tanzte sie auf den Tischen. „Ist schon lange her“, wiegelt sie schmunzelnd ab.

Johannes Greskamp arbeitet im Hintergrund, Sohn Jürgen ist jetzt der Küchenchef

Eher im Hintergrund arbeitet Ehemann Johannes, oder Hannes, wie alle sagen. Sohn Jürgen ist ebenfalls im Betrieb tätig – als Küchenchef. In der Karnevalszeit unterstützt er seine Eltern hinter dem Tresen. Da zählt jede Hand – der Durst der Karnevalisten ist groß – und es muss schnell gehen.

Das Vereinslokal der KG Kitt ist die Gaststätte Greskamp – und das seit 45 Jahren

Seit 45 Jahren wird das Schild der KG Kitt an die Fassade des Gasthauses Greskamp befestigt. © Antje Pflips

Besonders eng wird es beim Prinzenfrühschoppen im Schankraum. Während der Kitt-Vorstand mit Dreigestirn und geladenen Gästen im großen Saal feiert, tobt an der Theke das pralle Leben. „Das ist immer eine schöne Zeit“, meint Hannes. Bis weit in den frühen Morgen hinein steht er dann hinter dem Tresen.

Schon 45 Prinzen und ihre Gefolge hat das Ehepaar Greskamp in ihrem Lokal bewirtet. Wenn es nach ihnen geht, sollen noch viele weitere folgen. Den einen Besonderen gibt es bei Ferdinande aber nicht. „Ich habe sie alle gern. Für mich sind alle Prinzen gleich“.

45 Prinzen und vier Präsidenten

Jeder habe seine ganz eigene Art, blickt Ferdinande zurück. Von lustig bis verbissen sei alles dabei gewesen. „Man sollte das alles locker sehen“, rät sie. Eindruck machten auf sie 1978 Prinz Peter Hölscher und sein Johann Dieter Krämer. „Mit einer Rikscha sind die beiden zu Silvester durch die Wirtschaft gefahren“.

In den langen Jahren haben die Eheleute auch vier Kitt-Präsidenten erlebt: Ludwig Merten, Pino Malkemper, Dieter Krämer und jetzt Matthias Kortenbusch.

Seit 1973 betreiben Johannes und Ferdinande Greskamp das Gasthaus an der Funnenkampstraße – anfangs als Pächter, später als Eigentümer. Der Inhaber habe sie damals angesprochen, erinnert sich Ferdinande Greskamp. „Der wollte aufhören und wir haben zugesagt, weil unserer damaligen Wirtschaft der Abriss drohte“.

Erinnerung an die Gaststätte Bong an der schiefen Brücke

Es war die Gaststätte Bong an der schiefen Brücke, die den älteren Olfenern noch gut in Erinnerung sein mag. Schon dort hatten Greskamps mit Karneval zu tun. Dass ihr neues Lokal bereits seit 1971 Vereinslokal des Kitt ist – das war schon ein Glücksfall. Die Versammlung finden auch heute noch statt – „die waren früher aber kleiner“. Dafür aber öfter. Ab Oktober fanden jeden Freitag Treffen statt – heute gibt es alle 14 Tage in der Karnevalszeit die Besprechungen.

Eine Besonderheit gibt es allerdings nicht mehr: Zur Karnevalszeit wurde im Hause Greskamp noch selbst geschlachtet. Dann gab es eigene Bratwurst direkt von der Theke. Heute gibt es am Aschermittwoch Rührei für alle, die den Bacchus beerdigen.

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