Der Bürgerwindpark produziert bislang mehr Strom als prognostiziert. © Bürgerwindpark GmbH (A)
Bürgerwindpark

Die beiden Olfener Windräder können alle Bürger mit Strom versorgen

173 Olfener haben vor zwei Jahren alles richtig gemacht, sie haben in den Bürgerwindpark investiert. Die neuesten Zahlen sind für die Investoren absolut erfreulich.

Stolze 10 Millionen Euro hat die Bürgerwindpark Olfen GmbH vor zwei Jahren in den Bau von zwei Windrädern am Alten Postweg investiert. Dabei haben 173 Bürger einen Bürgersparbrief erworben. Aufgrund des großen Interesses der Bürger wurde die maximale Zeichnungssumme von 670.000 auf 806.000 Euro erhöht. Ihre Erwartungen haben sich nun mehr als erfüllt.

Der Bürgerwindpark hat im vergangenen Jahr 16.176 Megawattstunden Strom produziert und damit mehr als prognostiziert. Fachleute hatten eine Produktion von 15.234 Megawattstunden prognostiziert. Ähnlich gut sieht es in diesem Jahr aus. Zwar liegen erst Ergebnisse bis Ende August 2020 vor, doch deutet alles auf eine kräftiges Plus bis Ende August von 1915 Megawattstunden hin. Insgesamt sind in den ersten achten Monaten 11.482 Megawatt Strom produziert worden.

So imposant sich die Zahlen anhören mögen, was bedeuten sie für die Olfener Stromversorgung? Die Bürgerwindpark Olfen GmbH macht folgende Rechnung auf. „Die Anlagen produzieren im Jahr rund 16.000.000 Kilowattstunden. Der durchschnittliche Stromverbrauch eines 3-Personenhaushalts liegt bei ca. 3200 Kilowattstunden. „Damit können die beiden Anlagen 5.000 Drei-Personen- Haushalte oder auch 15.000 Einwohner versorgen.“ Die Strommenge reicht also rechnerisch also aus, um alle Einwohner Olfens mit Strom zu versorgen.

Spitze eines Rotorblattes erreicht an ihrem höchsten Punkt gut 206 Meter

Um diese Ergebnisse erzielen zu können, mussten am Alten Postweg riesige Windräder errichtet werden. Die Nabenhöhe liegt bei 149 Meter, der Rotordurchmesser beträgt 115 Meter, die Spitze eines Rotorblattes erreicht an ihrem höchsten Punkt also gut 206 Meter. Es handelt sich dabei um getriebelose Windräder des Typs E-115 von Enercon.

Wer allerdings glaubt, dass mit dem Bau die Ausgaben sich auf kleine Beträge reduzieren, irrt gewaltig. Wie die Betreiber berichten, entstehen im Normaljahr Betriebskosten von rund 230.000 Euro. In diesem Betrag sind enthalten: Materialaufwand, Pachtzahlungen für die Flächen, Kosten für den Wartungsvertrag und Verfügbarkeitsgarantien sowie weitere kleinere Aufwendungen.

Der Betreiber der Anlagen, die Bürgerwindpark Olfen GmbH, ist eine Kooperation aus ortsansässigen Energiewirten mit 33,3 Prozent, Stadtwerke Haltern am See GmbH mit 16,6 Prozent und der Gesellschaft zur Nutzung regenerativer Energien in Olfen mbH mit 50,1 Prozent. Die Geldanlage der Bürger hat eine Laufzeit von 5 oder 10 Jahre und wird mit 2,05 Prozent verzinst – ein Traumwert im Vergleich zu Guthabenzinsen bei Sparbüchern oder auch anderen Geldanlagen.

Führungswechsel bei der Münsterland Netzgesellschaft

Der Münsterland Netzgesellschaft – ein Zusammenschluss der acht im Münsterland gelegenen Kommunen Ascheberg, Billerbeck, Havixbeck, Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen, Rosendahl und Senden – gehören zwar seit 2016 die Stromnetze in der Region, in den Bürgerwindpark ist sie allerdings nicht eingebunden. Durch ihre örtliche Lage an der Stadtgrenze zu Haltern und der dort vorhandenen Leitungsinfrastruktur sind die Anlagen an das Netz der Stadtwerke Haltern angeschlossen.

Bei der Netzgesellschaft, die im Jahr 2015 die Gasnetze mit einer Gesamtlänge von 609 Kilometer und rund 23.000 Anschlüssen von Gelsenwasser übernommen hat, gibt es mit Sandra Körner eine neue Geschäftsführerin. Sie bildet mit Petra Helgers eine Doppelspitze.

Körner hat das Amt bereits im September von Ulrike Mathis übernommen, wie das Unternehmen erst jetzt mitteilte. „Die Münsterland Netzgesellschaft ist ein großes und besonderes Projekt. Ich freue mich darauf mit der Netzgesellschaft etwas für die Kommunen, die Menschen vor Ort und die Region zu bewegen“, sagt Sandra Körner.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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