Nach der Massenschlägerei fragt der Rat nach Präventionsmaßnahmen beim Vinnumer Fußball

mlzNach Schlägerei

Der Schock über die Schlägerei beim Fußballspiel in Vinnum sitzt tief. Jetzt hat sich auch der Olfener Stadtrat mit dem Thema beschäftigt. Ein erster Vorschlag liegt auf dem Tisch.

Olfen, Vinnum

, 18.09.2019, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Diskussion über Sicherheits-Maßnahmen im öffentlichen Raum in Olfen ist eröffnet. Reinhard Ahmann von der CDU-Fraktion schilderte in der Ratssitzung am Dienstagabend (17. September) mit eindrucksvollen Worten, wie Vinnum auch Tage nach der wüsten Schlägerei noch unter Schock steht.

„Das ist in zwei bis drei Tagen nicht aufgearbeitet“, sagt Ahmann, der selbst in Vinnum wohnt und dessen Sohn die schlimme Situation miterlebt hat. Für den Kommunalpolitiker steht deshalb fest, dass die Situation weiter aufgearbeitet werden müsse. Und dann müsse man auch über Präventionsmaßnahmen sprechen.

Runder Tisch des Sport will Vinnumer Vorfälle aufarbeiten

Ein Ansatz, den Bürgermeister Wilhelm Sendermann „als eher schwierig“ bezeichnete. „Das ist wie mit dem Sicherheitsdienst im Naturbad.“ Sendermann ist eher der Meinung, dass Präventionsmaßnahmen bei Fußballspielen kaum umsetzbar seien. Gleichwohl werde er den Vorschlag weitergeben.

Allerdings will Sendermann das Thema nicht einfach zu den Akten legen. Für den Bürgermeister gibt es zwei Ansätze. Beim runden Tisch des Olfener Sports soll der Vorfall aufgearbeitet werden. Dabei soll es um Fragen gehen, was die Vereine tun können, um Schlägereien zu vermeiden. Es geht aber auch um mögliche Handlungsvorschläge für Situationen, wie sie am Sonntag in Vinnum zu beklagen waren.

„Mit Nachdruck ermitteln, Täter zur Rechenschaft ziehen“

Zunächst geht es der Stadt aber vor allem darum, die Situation polizeilich aufzuklären. In einem Brief an Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr - zugleich Behördenleiter der Kreispolizeibehörde Coesfeld - will die Verwaltung darum bitten, dass „mit allem Nachdruck ermittelt wird“. Es gehe darum, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Eigentlich handelt es sich dabei um Selbstverständlichkeiten der Polizeiarbeit. Allerdings macht der Ansatz zwei Dinge deutlich: Alle Verantwortlichen sind auch mit kurzem zeitlichen Abstand noch immer überrascht und zugleich schockiert, dass es bei einem Fußballspiel im beschaulichen Vinnum zu derartigen Gewaltexzessen kommen konnte.

Noch keine Antwort auf mögliche Präventionsmaßnahmen

Gleichzeitig machte die Ratssitzung deutlich, dass Verwaltung und Kommunalpolitik noch keine Antwort darauf haben, wie eine mögliche Wiederholung verhindert werden kann und welche neuen Herausforderungen möglicherweise auf die Sportvereine zukommen.

Fakt ist jedenfalls, dass die Schlägerei in Vinnum nicht das erste Mal den Amateurfußball erschüttert hat. In jüngerer Vergangenheit gab es mehrere Vorfälle dieser Art - bei den Senioren und Jugendbereich. So kam es ebenfalls am Sonntag nach einem B-Junionrenspiel in Gelsenkirchen zu einer Schlägerei zwischen Spielern und Zuschauern.

Lesen Sie jetzt