Leerer, aber nicht völlig verwaist wird die Gesamtschule in der Woche vor den Weihnachtsferien sein: Den Klassen 5 bis 7 steht es frei, ob sie zur Schule kommen oder von Zuhause aus lernen. © Thomas Aschwer (Archiv)
Distanzunterricht

Distanzunterricht ab Klasse 8 verpflichtend: Anordnung kam plötzlich

Armin Laschet verkündete am Freitag-Vormittag, dass Schüler ab der 8. Klasse in der Woche vor den Ferien daheim bleiben müssen. Für die Schulen kam das plötzlich, aber nicht unvorbereitet.

Doch keine Lockerungen zu Weihnachten: Viele neue Regeln verkündete Armin Laschet am Freitag (11. Dezember). Gelten sollen die schon am Montag. Betroffen sind auch die Schulen: Für Schüler ab der 8. Klasse gibt es ausschließlich Distanzunterricht, bei jüngeren Kindern können die Eltern entscheiden, ob sie sie in die Schule schicken oder daheim lernen lassen.

Die plötzliche Entscheidung stellt die Schulen vor eine Herausforderung: Binnen weniger Stunden mussten Konzepte, die in der Schublade lagen, umgesetzt werden. Als das Ministerium seine Vorgaben öffentlich machte, waren die meisten Schüler und Lehrer bereits auf dem Heimweg.

Nachricht verbreitete sich schnell

„Natürlich haben wir schon länger ein Konzept parat, das wir täglich hätten umsetzen können“, sagt Petra Deuker, Schulleiterin der Wieschhofschule. Dass es aber so plötzlich kommen würde, davon konnte niemand ausgehen, sagt Gesamtschulleiter Dr. Jerome Biehle. Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz des Ministers war er im Oberstufen-Unterricht: „Unsere Sekretärin informierte mich sofort. Es war spannend zu beobachten, wie schnell sich die Nachricht auch unter den Schülern herumsprach.“

Per E-Mail an die Klassenlehrer sollen die Eltern sich bis Samstag melden, ob ihre Kinder in die Schule kommen werden. Möglich ist es, seine Kinder erst ab z.B. Mittwoch vom Präsenzunterricht abzumelden, aber nicht von Tag zu Tag verschieden. Wer sein Kind am Mittwoch daheim lässt, muss es auch am Donnerstag und Freitag Zuhause betreuen.

Oberstufenklausuren werden trotz Distanzunterricht geschrieben

Am Sonntag setzt sich die Schulleitung zusammen und plant in Anbetracht der abgemeldeten Kinder konkret, wie der Unterricht in der kommenden Woche aussehen wird. Geplant sei aktuell ein regulärer Unterricht per Videochat ab Klasse 8. Auch Klasse 5 bis 7 sollen mit der Video-Software Zoom arbeiten. Oberstufenschüler schreiben in der kommenden Woche dennoch ihre Klausuren – alle anderen Klausuren werden auf die Zeit nach den Ferien verschoben. „Es ist wichtig sicherzustellen, dass unsere Oberstufe sich auf das Abitur vorbereiten kann“, betont Biehle.

Bei der Umsetzung der neuen Maßnahmen gab es an der Gesamtschule keine Hektik: Der Plan für eine mögliche Schulschließung lag bereit, besorgte Elternanrufe gab es nicht. Binnen kürzester Zeit wurden alle Infos auf der Schul-Homepage und per Mail veröffentlicht. „Ich bin froh, dass der Distanzunterricht per Videochat so gut klappt und wir die Schüler schützen können. Wir sehen die Situation entspannt“, fügt der Schulleiter hinzu.

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Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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