Als Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn Mitte August das Vitus-Stift besuchte, war die Welt noch in Ordnung. Nicht einen einzigen Coronafall hatte die Einrichtung bis dahin zu beklagen. Jetzt sind viele Bewohner und Beschäftigte betroffen. © Günther Goldstein (a)
Corona

Dramatische Entwicklung: 31 bestätigte Infektionen am Vitus-Stift Olfen

Die Zahl der Coronainfizierten am St. Vitus Stift in Olfen steigt weiter: Vor allem Mitarbeiter sind jetzt betroffen. Außerdem ist ein Bewohner des Stiftes gestorben.

Die Zahlen sind erschreckend hoch: 19 Bewohnerinnen und Bewohner haben sich mit dem Corona-Virus infiziert. Auch 12 Mitarbeiter der kommunalen Pflegeeinrichtung sind mittlerweile positiv getestet. Zudem befindet sich eine weitere Kontaktperson ersten Grades in Quarantäne. Soweit die Fakten in der Übersicht. Aber wie war die Entwicklung am Stift?

„Am Freitag, 13. November ab es einen ersten Anhaltspunkt“, sagt Günter Klaes, Geschäftsführer des Stifts. An diesem Tag habe eine Mitarbeiterin gesagt, dass sie sich nicht so gut fühle. Ein erster Schnelltest habe ein positives Ergebnis angezeigt. „Der PCR-Test hat die Infektion der Person, die keinen Kontakt mit den Bewohnern hatte, bestätigt“, sagt Klaes. Die Person habe sich dann in häusliche Quarantäne begeben.

Vitus-Stift für Besucher komplett geschlossen

In den Folgetagen hat es nach Aussage der Geschäftsführung keine Auffälligkeiten am Vitus-Stift gegeben. Bis zum 22. November. An diesem Sonntag wurden, so Klaes, „zwei Corona-Fälle aus dem Bereich der Pflegekräfte bekannt.“ Die Konsequenz war: Das Seniorenheim ist für Besucher geschlossen worden. Zudem sind die Angehörige über die Situation informiert worden.

Mit Beginn dieser Woche starteten „Massentests“ in der Einrichtung. Die rund 80 Bewohnerinnen und Bewohner wurden ebenso getestet wie die rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – soweit sie erreichbar waren. Am Dienstag, 24. November, ist nach Aussage von Günter Klaes gegen 3 Uhr am Morgen ein Bewohner – „eine hoch betagte Person“ in einer Klinik gestorben.

Bei dem nachträglichen Coronatest ist festgestellt worden, dass die Person, dessen Allgemeinzustand sich in den Tagen zuvor verschlechtert hatte, infiziert war. „Aktuell ist unklar, ob es einen Sachzusammenhang zwischen Infektion und Tod gibt“, sagt Günter Klaes. Ob es sich bei der Person um den Todesfall handelt, den der Kreis am Mittwoch vermeldet hat, ist unklar.

Neue Hiobsbotschaften für die Einrichtung

Der 24. November brachte für die Einrichtung „ständig neue Hiobsbotschaften“ – bei immer mehr Bewohnern wurde festgestellt, dass sie sich infiziert hatten. Ganz besonders stark betroffen war dabei ein Wohnbereich mit 14 Infizieren, in einem anderen Wohnbereich gab es 5 Infizierte, beim dritten Wohnbereich keine einzige Infizierung.

Am Mittwoch (25.11.) wurden keine neuen Infizierungen bei Bewohnern festgestellt. Eine Situation, die sich über den Tag nicht negativ veränderte. Allerdings stieg die Zahl der Infizierten bei den Beschäftigten auf am Ende 12 Personen. Daraus hat sich nach Aussage von Günter Klaes „eine ganz schwierige Situation für das Personalmanagement ergeben.“

Um die enorme Belastung für die Beschäftigten zumindest ein wenig zu mindern, bemüht sich die Geschäftsführung um zusätzliches Personal. In Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt wird es zudem in den nächsten Tagen weitere Tests in der Einrichtung geben.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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