Wer an den eCOEmoibl-Ladesäulen sein E-Auto auflädt, muss ganz genau aufpassen. Das Laden könnte zu einer sehr teuren Angelegenheit werden. © Martin Leclaire
Neuer Dienstleister

E-Auto-Besitzer müssen aufpassen – Laden kann plötzlich teuer werden

Die Stadt Olfen setzt verstärkt auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge. Wer dem Beispiel bereits gefolgt ist und sich ein E-Auto gekauft hat, muss jetzt genau auf die Kosten achten.

Die Gesellschaft des Kreises Coesfeld zur Förderung regenerativer Energien (GFC) redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Wir hätten gerne alles so belassen, wie es war. Das Abrechnungs-System an den eCOEmobil-Ladesäulen war bei den Nutzern bekannt und hat gut funktioniert“, sagt Stefan Bölte, Geschäftsführer der GFC. Dass es dennoch einen Anbieterwechsel gibt, ist nicht von der GFC angestoßen worden.

Mit dem Aufbau der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur für Elektroautos, die der Kreis Coesfeld zusammen mit seiner Tochtergesellschaft GFC ab Ende 2016 realisiert hat, fiel die Entscheidung bewusst auf den niederländischen Abrechnungsdienstleister „New Motion“. In der Zwischenzeit wurde New Motion durch den Mineralölkonzern Shell aufgekauft und in „Shell Recharge“ umbenannt.

Die Dienstleistungsverträge an den öffentlichen Ladesäulen im Kreis Coesfeld wurden von New Motion gekündigt.

Kreis-Gesellschaft entscheidet sich für Gelsenwasser-Tochter

Die GFC musste sich nach einem neuen Anbieter umschauen. Die Wahl ist auf die Firma erenja gefallen, einer Tochter der Gelsenwasser AG. Die Entscheidung ist dabei gemeinsam mit der Münsterland Netzgesellschaft getroffen worden, da diese künftig die öffentliche Ladeinfrastruktur in den Städten und Gemeinden Ascheberg, Billerbeck, Havixbeck, Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen, Rosendahl und Senden weiter ausbauen wird.

Der weitere Ausbau in der Kreisstadt Coesfeld erfolgt hingegen durch die Firma emergy (Stadtwerke Coesfeld). Der weitere Ausbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur in Dülmen, Nottuln und an den Kreisgebäuden soll durch die GFC erfolgen. So kompliziert die Struktur schon für den Laien zu durchschauen ist, Fahrer von E-Autos ohne eigene Ladestationen werden jetzt stärker zur Kasse gebeten.

Roaming-Verträge können für höhere Kosten sorgen

„Aufgrund von Roaming-Verträgen zwischen den einzelnen Abrechnungsdienstleistern kann es zu deutlich höheren Kosten kommen, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Neben dem von der GFC als Betreiberin festgelegten Preis pro kWh, derzeit 0,30 Cent (netto), fällt zusätzlich ein zeitbasierter Tarif an“, teilt die Gesellschaft des Kreises Coesfeld schriftlich mit.

„Wir raten den Nutzerinnen und Nutzern, an den von der GFC betriebenen Ladesäulen, keine New Motion Ladekarten mehr zu benutzen,“ so der dringende Hinweis von Stefan Bölte. Ein naheliegender Wechsel ist allerdings aktuell noch nicht möglich. Zwar hat erenja kurzfristig eine eigene Ladekarte mit einem günstigen „Münsterlandtarif“ in Aussicht gestellt, die jedoch aktuell noch nicht verfügbar ist.

So bleibt Stefan Bölte „nur“ der Verweis auf die Seiten von ElektroMobilitätNRW. Hier können sich Interessenten zu den unterschiedlichen Ladekarten informieren.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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