Eichenprozessionsspinner: Das plant die Stadt Olfen in diesem Jahr gegen den Schädling

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Der Eichenprozessionsspinner breitet sich mit jedem Jahr mehr in der Region aus. Auch die Stadt Olfen hat sich für dieses Jahr ein Maßnahmenpaket gegen den Schädling überlegt.

Olfen

, 31.01.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die gefährlichen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners sorgen für Hautreizungen, Allergien und Atemprobleme. Über die vergangenen Jahre hat sich der Schädling immer mehr in der Region ausgebreitet. Klemens Brömmel von der Stadt Olfen drückt es in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag, 28. Februar, so aus: „Der Eichenprozessionsspinner hat sich über die Jahre zu einer Plage entwickelt.“

Die Kommunen im Kreis Coesfeld hatten sich schon im November bei der Bürgermeisterkonferenz darauf geeinigt, die Erfahrungen in der Bekämpfung des Schädlings auszutauschen und ein gemeinsames Vorgehen angestrebt.

Vereine und Institutionen wollen Nistkästen aufhängen

Dazu gehört zum Beispiel der Einsatz einer natürlichen „Waffe“ gegen den Schädling: Meisen. Dafür sollen in Olfen 100 Meisenkästen aufgehängt werden, wie Klemens Brömmel sagt. Für das Aufhängen und Pflegen der Nistkästen für Meisen hätten sich bereits Olfener Vereine und Institutionen gemeldet, außerdem würde der Bauhof in Kürze Nistmöglichkeiten anbringen. „Insofern ist die natürliche Bekämpfung für dieses Jahr auf einem guten Weg um erste Erfahrungen zu sammeln“, sagt Brömmel.

Damit wolle man auch den Einsatz von Bioziden nicht zu großem Raum geben. Diese Methode gilt als prophylaktisches Vorgehen gegen den Eichenprozessionsspinner. Dabei werden die Bäume mit einem Biozid eingesprüht, die die Schädlinge töten sollen, bevor sie das Stadium erreicht haben, bei dem sich die gefährlichen Brennhaare entwickelt haben. Der Nachteil: Auch andere Raupenarten können dabei getötet werden.

Der Kreis habe seine Ablehnung gegen das Biozid teilweise zurückgenommen, erklärt Brömmel. „Ohne den Einsatz des Biozids kriegen wir es nicht geregelt“, sagt er. Man wolle deshalb an sensiblen Orten, zum Beispiel an Schulen und Kindergärten die betroffenen Eichen entsprechend behandeln. Zuvor hatte die Stadt vor allen Dingen auf die Absaugung des Eichenprozessionsspinners gesetzt. Das betraf allerdings nur die Bereiche innerhalb Olfens, für die Außenbereiche waren die Kapazitäten erschöpft. „Wir können nicht mehr an jedem Radweg tätig werden“, hatte Brömmel dazu im Juni gesagt.

Hohe Kosten für die Gemeinden

Auch finanziell fordert der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner immer mehr Tribut. Die Kosten für 2018 betragen circa 7500 Euro und die für 2019 circa 8500 Euro, wie Klemens Brömmel auf Anfrage mitteilt. Dabei sind die Kosten für Olfen recht moderat. In Selm waren 2019 Kosten von 45.000 Euro zusammengekommen, in Lüdinghausen lagen die Gesamtkosten bei 50.000 Euro. Nordkirchen kam auf 15.000 Euro, darin inbegriffen war aber auch ein spezieller Sauger, den der Bauhof angeschafft hatte, um auch selbst im Einsatz gegen den Schädling aktiv werden zu können.

So ein Sauger wurde auch in Olfen angeschafft. Der Sicherheitssauger sei einem Asbestsauger ähnlich, teilt Klemens Brömmel mit. Zudem wurde auch entsprechende Schutzausrüstung angeschafft, sagt er. Zusätzlich könne die Stadt auf den Hubsteiger zurückgreifen, der auf dem Bauhof vorhanden ist und auch für die Baumpflege eingesetzt wird.

Einen Zeitplan gibt es ebenfalls. Während die Nistkästen bald befestigt werden sollen, erfolgt von Ende Mai bis Anfang Juni der Einsatz zur Beseitigung. Dann beginnen die Eichenprozessionsspinner mit dem Bau der markanten Gespinstnester, die dem Eichenprozessionsspinner auch seinen Namen geben.

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