Einbrecher in Olfen und Südkirchen: Zahl der Einbrüche im gesamten Kreis Coesfeld steigt

mlzPolizei

Diebesbanden das Leben schwer machen: Das ist das Ziel der grenzüberschreitenden Kontrollen der Polizei in dieser Woche. Im Kreis Coesfeld haben sich die Täter nicht beeindrucken lassen.

Olfen, Nordkirchen

, 01.12.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit ungebetenen Gästen in der Elisabeth-Ernst-Straße in Südkirchen hat sie am Montag (25.11.) angefangen: eine Woche, die im Zeichen des vereinten Schutzes gegen Diebesbanden stehen sollte und doch geprägt war durch dreiste Taten.

Dabei ging es nicht nur um Wohnungseinbrüche.

In dasselbe Geschäft gleich zweimal eingebrochen

Besonders dreist gingen Unbekannte in der vergangenen Woche in Coesfeld vor. Sie sind gleich zweimal in das selbe Geschäft eingestiegen: einem Technik-Fachhandel. Dort haben sie laut Polizeiangaben gezielt hochwertige Geräte der Marke Stihl gestohlen. Beim zweiten Mal hatten sie ein Fahrzeug mitgebracht, um die Beute abzutransportieren.

Im Einbruchsradar tauchen diese beiden Taten gar nicht auf. Seit April 2016 verzeichnen alle 47 Polizeibehörden im Land NRW auf ihren Internetseiten wöchentlich Karten, die Einbrüche und Einbruchsversuche verzeichnen - in Wohnungen. Die zwei Einträge für Coesfeld fehlen, dafür finden sich aber drei andere für den Zeitraum 22. 11. bis 29.11.: in Südkirchen, in Ottmarsbocholt und in Olfen - und das ist noch nicht alles.

Einbrecher in Wohnhäuser in Südkirchen und Olfen

Die Woche begann mit dem Einbruch am Montag (25.11.) in Südkirchen. Zwischen 8.15 Uhr und 20.45 Uhr sind Unbekannte in ein Haus an der Elisabeth-Ernst-Straße eingedrungen. In Olfen kamen die Täter am Donnerstag (27.11.) durch die rückseitige Terrassentür eines Reihenendhauses am Schubertweg.

Am Freitag (29.11.), also nach Abschluss der behördlichen Wochenstatistik, sind noch drei weitere Einbrüche dazu gekommen.

Täter schalten Bewegungsmelder aus

In Lüdinghausen verschafften sich die Einbrecher Einlass in ein Reihenhaus. In Ascheberg drangen sie in ein frei stehendes Einfamilienhaus ein - nachdem sie zwei Bewegungsmelder im Garten ausgestellt hatten. Während die Polizei in all diesen Fällen noch keine Angaben zum möglichen Diebesgut macht, ist die Sache in Billerbeck klar: ein Tresor - wenn es denn geklappt hätte.

Die vier maskierten Einbrecher, die auf einem Bauernhof zuschlugen, waren offenbar in Eile. Sie hatten den Tresor aus dem Haus in den Kofferraum ihres dunklen Kombis gehievt, als die Hausbewohnerin nach Hause kam. Die Täter fuhren mit so hoher Geschwindigkeit davon, dass der Tresor aus dem Auto fiel. Sie hielten an und wollten ihn wieder einladen. Dann sahen sie aber, dass die Frau auf sie zulief und fuhren ohne Beute davon.

Internationale Zusammenarbeit gegen Diebesbanden

Diebesbanden - vor allem solchen, die grenzüberschreitend tätig sind - das Handwerk zu legen, hatten sich die Innenminister der Niederlande, Belgiens, Deutschlands sowie Nordrhein-Westfalens, Rheinland-Pfalz und Niedersachsens Ende 2016 vorgenommen. Damals unterzeichneten sie die „Aachener Erklärung“ : ein Abkommen zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Eigentumskriminalität.

Eine Folge davon war eine Schwerpunktkontrolle von Autos in der zurückliegenden Woche - auch im Kreis Coesfeld.

Au der Suche nach Dieben findet Polizei Hund

170 Fahrzeuge haben die Polizeibeamten kreisweit kontrolliert. Dabei registrierten sie 36 Verkehrsverstöße und zogen einen Mann aus dem Verkehr, der unter Drogeneinfluss stand. Außerdem fingen sie einen Ausbrecher, der allerdings nicht kriminell, sondern nur ängstlich war: ein Hund, der seiner Halterin in Nottuln weggelaufen war.

„In der dunklen Jahreszeit registrieren wir eine Zunahme von Einbrüchen“, bestätigt Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding. Dass es erst spät hell und früh dunkel werde, komme dem kriminellen Tun entgegen. Die Polizei rät, nicht nur Fenster und Haustüren verschlossen zu halten, sondern auch Gartentüren, Hof- und Garagentore. Auch gezielte Beleuchtung sei sinnvoll, „aber kein Flurlicht im Haus“, sagt Werenbeck-Ueding. Täter interpretierten das als Abwesenheitslicht.

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