Das Hauptgeschäft macht das Ballon Team an Karneval - diese Session fällt das schon mal weg. Jetzt ist auch noch das Weihnachts- und Silvestergeschäft in Gefahr. Geschäftsführerin Elke Spiess (Mitte) sagt aber ganz klar: „Die Gesundheit geht vor.“ © Marie Rademacher (Archiv)
Coronakrise

„Es tut eben weh“: Einzelhändler aus Olfen zum neuen Corona-Lockdown

Noch ist es nicht entschieden, aber auch die Olfener Kaufmannschaft macht sich natürlich schon Gedanken, was wäre, wenn die Geschäfte ab Montag schließen müssten.

Ein neuer, harter Lockdown ab Montag, der seit der Pressekonferenz von Armin Laschet am Freitagmittag im Raum steht, würde auch die Einzelhändler in Olfen hart treffen. „Das wäre für uns eine Katastrophe“, sagt so beispielsweise Karin Hohmann von BBS+Schönes in Olfen.

Dort gibt es neben Deko Schreibwaren, Bücher und Bürobedarf. Das Weihnachtsgeschäft ist ungeheuer wichtig für die Läden in Olfen. „Da arbeiten wir das ganze Jahr drauf hin“, sagt Karin Hohmann. Die Ware ist bestellt, Bestellungen aufgegeben. Jetzt kurzfristig zu schließen – das sei einfach schwierig.

„Aber es nutzt ja nichts“, sagt Karin Hohmann. Denn natürlich hat sie Verständnis für die Lockdown-Überlegungen.

Ähnlich geht es Norbert Trogemann von gleichnamigen Blumengeschäft in Olfen. „Es ist ja richtig, dass ein Lockdown kommt“, sagt er am Freitagnachmittag im Gespräch mit der Redaktion. „Aber es tut eben weh. Und wir machen uns Sorgen.“ Schon kurz nach der Pressekonferenz von Armin Laschet hatte er sich beim Fachverband informiert, was denn im Fall der Falle ab Montag noch alles möglich sein wird. Das Problem: Zu diesem Zeitpunkt wusste das noch keiner so richtig: Entschieden ist noch nichts, Verordnungen, an denen die Händler sich orientieren könnten, gibt es noch nicht.

Mal wieder ist Kreativität gefragt in der Krise

„Wir warten jetzt erst mal ab, was tatsächlich beschlossen wird“, heißt es so zum Beispiel beim Möbelhaus Lackmann am Freitagnachmittag. Reagieren könne man sowieso erst, wenn die eindeutige Entscheidung da ist.

Reagiert haben die Olfener Geschäfte in diesem Jahr schon häufiger auf die Bedingungen, die Corona geschaffen hat. In keinem anderen Jahr, so erzählt es Norbert Trogemann, habe er so viel über das Ausliefern von Blumen eingenommen – gerade an Ostern und am Muttertag boomte das Angebot. Er hofft, dass das Ausliefern und Rausgeben von Ware, die im Falle des Blumengeschäfts ja teilweise auch verderblich ist, auch im Lockdown noch möglich sein wird.

Karneval neben Weihnachten und Silvester das Hauptgeschäft

Auch Karin Hohmann und ihr Team haben sich für diesen Fall schon etwas ausgedacht: Wenn es die Regeln hergeben, soll es einen Schaufensterverkauf geben. Die Kunden können dann von draußen aus hereinschauen, sich etwas aussuchen und die Bestellung über einen Tisch in der Tür aufgeben.

Das Ballon Team denkt ebenfalls schon über einen Lieferservice nach. Jetzt gelte es aber erst mal, abzuwarten, sagt Geschäftsführerin Elke Spiess. Die Geschäftsfrau macht aber auch ganz klar: „Die Gesundheit geht vor.“ Die Pandemie hat sie hart getroffen. An Karneval ist das Hauptgeschäft – das fällt auch. Auch das Weihnachts- und Silvestergeschäft ist jetzt in Gefahr. Elke Spiess beschwert sich trotzdem nicht. Sie hat Verständnis für die Forderungen nach einem harten Lockdown und stellt die entwaffnende Frage: „Was ist Geld gegen Leben?“

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Marie Rademacher

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