Ex-Lehrer wegen Gotteslästerung verurteilt

Blasphemische Aufschriften am Auto

Wegen Gotteslästerung ist ein ehemaliger Lehrer zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der 67-Jährige muss als Bewährungsauflage 500 Euro zahlen, entschied das Amtsgericht Lüdinghausen am Donnerstag. Passanten hatten den Pensionär angezeigt, weil sie sich über die sehr expliziten Aufschriften auf dessen Auto geärgert hatte.

LÜDINGHAUSEN

25.02.2016, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der ehemalige Lehrer aus dem Münsterland hatte die Rückscheibe seines Autos großflächig mit Sprüchen wie „Jesus - 2000 Jahre rumhängen und immer noch kein Krampf!“ oder „Wir pilgern mit Martin Luther: Auf nach Rom! Die Papstsau Franz umbringen. Reformation ist geil“ beklebt. Passanten und die Polizei hatten Anzeige erstattet.

Die Richterin am Amtsgericht sah dies nicht durch die Kunstfreiheit gedeckt - auf jene hatte sich der Pädagoge berufen - und bestätigte einen Verstoß gegen den sogenannten Gotteslästerungsparagrafen im Strafgesetzbuch. Laut Urteil sind die Sprüche öffentliche Beschimpfungen der christlichen Kirchen und damit dazu geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az.: 9 DS 174/15).

"Grenze überschritten"

„Die Sprüche stehen ja nicht nur für eine Religionskritik, diese Grenze war überschritten“, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag. Das Gericht folgte allerdings nicht der Forderung der Anklage. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 3000 Euro gefordert. 

Der jetzt verurteilte Lehrer im Ruhestand sieht sein Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt. Nach Auskunft eines Gerichtssprechers will er das Urteil so nicht hinnehmen und in die nächste Instanz gehen. 

Hier geht's zur Webseite des Amtsgerichts Lüdinghausen.

Von dpa

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