Fahrt von Münster nach Lüdinghausen endet chaotisch

Mangelhafte Kommunikation

Am Sonntag hat der Regionalverkehr Münsterland (RVM) den Fahrbetrieb eingestellt – die Gefahr für Fahrgäste und Busfahrer war zu groß. Ziemlich chaotisch war jedoch die Kommunikation.

Kreis Coesfeld

, 11.12.2017, 17:23 Uhr / Lesedauer: 3 min
Seinem Namen machte der Schnellbus am Samstag keine Ehre. Der Bus kam nicht schnell, eine Fahrt fiel komplett aus.

Seinem Namen machte der Schnellbus am Samstag keine Ehre. Der Bus kam nicht schnell, eine Fahrt fiel komplett aus.

Mit zusätzlichen Fahrten im Advent und einer damit verbundenen „geruhsamen Adventszeit“ wirbt der RVM für den Umstieg auf den Bus. Ein Angebot, das gut angenommen wird. Am Samstag hat das Nahverkehrsunternehmen jedoch einige Sympathien verspielt. Ein Fragen und Antworten zum Thema.


Was ist passiert?


Es regnete und es war kalt, als sich immer mehr Fahrgäste am Samstagabend am Bahnhof in Münster trafen, um mit dem Nachtbus N4 um 19.15 Uhr die Heimfahrt Richtung Lüdinghausen anzutreten. Ein Blick auf die digitale Anzeigentafel verriet ihnen, dass sie in aller Ruhe zum Bahnhof hätten schlendern können. Der Bus habe etwa 20 Minuten Verspätung. Je länger die Wartezeit dauerte, umso ungeduldiger wurden die Fahrgäste jedoch.


Wie reagieren die Fahrgäste?


Eine Familie mit kleinen Kindern sprach einen Fahrer der Stadtwerke Münster an. Trotz intensiver Recherche konnte er keine Information bekommen. Später wählte ein Fahrgast die Info-Hotline an. Schlauer war er danach nicht. Keine Aussage über einen Busausfall, keine Informationen über die nächste Fahrt. Nach einstündiger Wartezeit fuhr ein Bus eines Sendener Busunternehmens vor, das im Auftrag der RVM fährt. Die Fahrgäste erhielten die Information, dass der Bus bis Senden fahre, hier müssten die Fahrgäste umsteigen. Nicht klar war unbedingt, dass nur zwei Minuten später ein Bus kommen würde, der eine Fahrt nach Lüdinghausen ohne Umstieg ermöglicht.


Wie handeln die Fahrer?


Weil der Fahrer des ersten Busses diese Information im Detail so nicht gegeben hatte oder es die Fahrgäste falsch verstanden hatten, gab es ein Chaos. Fahrgäste des ersten Busses versuchten, bei sich schließenden Türen noch aus dem Bus zu kommen. Die Gesamtsituation war zumindest für einen Fahrgast im zweiten Bus zuviel. Am Bahnhof in Senden machte er seinem Ärger Luft. Mehr als eine Stunde später als geplant kamen die Lüdinghauser in ihrer Heimatstadt an.


Was sagt der RVM?


Björn Lindner sagte auf unsere Anfrage, dass es am Samstag im Kreis Coesfeld eigentlich keine Probleme gab. „Nur in Senden war eine Stelle sehr glatt.“ Der Bus, der um 19.15 Uhr ab Münster fahren sollte, habe sich festgefahren. „Er musste von der Feuerwehr geborgen werden. Unsere Leitstelle hat einen Ersatzbus organisiert.“ Eine Aussage, die Pressesprecher Lindner später korrigierte. Danach gab es keinen Ersatzbus. Vielmehr wurde die Fahrt ersatzlos gestrichen. Erst mit der nächsten regulären Fahrt um 20.16 Uhr konnten die Fahrgäste von Münster aus in ihre Heimat kommen.


Und wie sieht der RVM die Information der Fahrgäste?


„Wir müssen uns ankreiden lassen, dass die Information so spät eingestellt worden ist“, sagt Björn Lindner, der eine frühere Information als „wünschenswert“ bezeichnet.


Was dürfen die Fahrgäste jetzt erwarten?


„Wir sind sehr kulant“, sagt Björn Lindner. Unzufriedene Kunden wenden sich direkt an den RVM. Der Pressesprecher verweist zudem auf die NRW-Mobilitätsgarantie. Bei Verspätungen von mehr als 20 Minuten können die Fahrgäste mit einem anderen Zug, Bus der mit dem Taxi fahren. „Die Kosten werden erstattet.“

Lesen Sie jetzt