Friseursalons im Kreis Coesfeld geschlossen: Olfener Friseurmeisterin hat „mulmiges Gefühl“

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Nun dürfen die Friseursalons im Kreis Coesfeld doch nicht mehr öffnen. Auch der Laden von Eva Stevanello in Olfen ist seit Freitag geschlossen. Ein mulmiges Gefühl hat sie trotzdem.

Olfen

, 20.03.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu Beginn der Woche war die Situation noch eine andere. Am Montag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel noch gesagt, dass nur Lebensmittelgeschäfte und Apotheken noch aufhaben dürfen. Nicht aber Einzelhandelsgeschäfte. Und - das war überraschend - auch Friseursalons dürften weiter aufmachen.

Neue Regelung im Kreis Coesfeld

„Auf der einen Seite sollen die Leute nur zum Einkaufen raus, aber zum Haareschneiden dürfen sie. Das ist doch Unsinn“, hatte Friseurmeisterin Eva Stevanello von Eva’s Lockenbude am Dienstag noch unserer Redaktion gesagt. Am Donnerstag hat sich das erledigt. Ein Mitarbeiter des Olfener Ordnungsamtes kam am Nachmittag vorbei, um zu erklären, dass Friseursalons nun doch schließen müssen - erstmal bis zum 19. April.

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Im Kreis Coesfeld war am Freitag nämlich eine neue Allgemeinverfügung in Kraft getreten, in der es unter anderem heißt: „Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, die ohne das Zusammenkommen von Personengruppen erbracht werden und Handwerker (ausgenommen Friseurbetriebe) können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen.“

Finanzielle Sorgen

Nun wird in Eva‘s Lockenbude also nicht mehr gefönt und nicht mehr geschnitten. Aktuell läuft nur der Anrufbeantworter, der die Schließung wegen der aktuellen Lage verkündet. „Ich freue mich, dass die Gesundheit der Kunden und Mitarbeiter nicht auf‘s Spiel gesetzt wird“, sagt Eva Stevanello, „aber der finanziellen Situation steht man nun mit einem mulmigen Gefühl entgegen.“ Beim Steuerberater sei sie bereits gewesen, aber bei den Hilfen, die die Bundesregierung für Betriebe angekündigt habe, sei vieles noch recht schwammig, sagt Stevanello. Vier Wochen - also 21 Arbeitstage - Zwangspause, das sei schon hart, so die Friseurmeisterin.

„Es ist schon eine schwierige Situation für alle“, sagt sie. Hauptsache es komme hier nicht so, wie in Italien, wo die Situation noch schwerer sei. „Da kann man nur an die Leute appellieren, nicht rauszugehen und Grillpartys zu feiern“, sagt sie.

Vernünftig sei die Schließung ja schon, sagt sie. Vor allen Dingen weil ohnehin nicht mehr viele Kunden gekommen seien. Und was macht die Friseurmeisterin nun? „Ich kann es mal ruhiger angehen lassen“, sagt sie. Zeit mit der Familie. Zeit für Büroarbeit, die sonst eher so nebenbei läuft. Sie könne dann in Ruhe mal ihre Preise kalkulieren, sagt Stevanello. Denn es gibt ja auch noch eine Zeit nach Corona. „Und dann kann es sein, dass die Preise steigen müssen“, sagt die Friseurmeisterin. Wahrscheinlich, so denkt sie, nicht nur in Friseursalons.

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