Der Radweg an der Eversumer Straße von Olfen nach Ahsen endet offiziell vor der Lippebrücke Ahsen. Das soll sich bald ändern. © Arndt Brede (A)
Radwege

Für Olfen haben neue Radwege in Richtung der Lippebrücken Priorität

Das Radwegebauprogramm des Kreises Coesfeld soll fortgeschrieben werden. Für Olfen ergeben sich geänderte Priorisierungen. Aus aktuellen und viel diskutierten Gründen.

Bei der letzten Fortschreibung des Radwegebauprogramms des Kreises Coesfeld im Jahr 2015 hatte der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Olfen beschlossen, die Errichtung eines Radweges an der K2 ab Vinnum in Richtung Datteln/Waltrop in höchster Priorität zu melden. Zwischenzeitlich haben sich insbesondere mit der Sperrung der Ahsener Lippebrücke neue Rahmenbedingungen ergeben. Das teilt die Stadtverwaltung mit.

Außerdem habe der Kreis Coesfeld unter Beteiligung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden sowie der Öffentlichkeit ein kreisweites Radverkehrskonzept erarbeitet. In diesem Konzept sei ein Radhauptroutennetz definiert worden. Zu diesen Radhauptrouten gehören in der Baulast des Kreises liegend die K2 in Richtung Datteln/ Waltrop (Waltroper Straße) sowie in Richtung Selm (Lützowstraße), die K9 in Richtung Datteln-Ahsen (Eversumer Straße) und die K8 in Richtung Haltern am See/ Dülmen (Kökelsumer Straße) sowie in Richtung Selm-Bork (Borker Straße).

Lücken im Radwegenetz

Bei diesen Verbindungen bestehen noch an drei Stellen Lücken im Radwegenetz: An der K9 in Richtung Ahsen (Eversumer Straße) endet der Radweg an der Einfahrt zum Waldparkplatz rd. 200 m vor der Lippebrücke. An der K2 in Richtung Datteln/ Waltrop (Waltroper Straße) ist ab Vinnum kein Radweg vorhanden.

An der K8 in Richtung Haltern am See/ Dülmen (Kökelsumer Straße) endet der Radweg derzeit am Hof Schulze Kökelsum.

Die Stadtverwaltung schlägt nun vor, die Schließung dieser Netzlücken mit hoher Priorität zu verfolgen. Planungen seien angelaufen.

In der Dezember-Sitzung des Bau- und Umweltausschusses hat Christopher Schmalenbeck vom städtischen Fachbereich Bauen vorgestellt, was die Verwaltung im Vorfeld der Sitzung erarbeitet hatte. Die Verwaltung schlägt folgende Priorisierung vor:

  • Fortführung des Radwegs an der K9 bis zur neuen Lippenbrücke Ahsen. Für die Maßnahme wurde seitens des Kreises bereits ein Antrag auf Fördermittel gestellt. Die Maßnahme soll im Zusammenhang mit der Brückenbaumaßnahme 2021/2022 durchgeführt werden. Die neue Brücke wird ebenfalls über einen Radweg verfügen.
  • Errichtung eines Radwegs an der K2 ab Vinnum in Richtung Datteln/ Waltrop. Die Maßnahme wurde seitens des Kreises im Zusammenhang mit dem Ausbau der K2 im Förderprogramm kommunaler Straßenbau angemeldet. Die Umsetzung soll im Zusammenhang mit dem Neubau der Lippebrücke bei Vinnum nach Fertigstellung der Maßnahme in Ahsen erfolgen. Die neue Brücke wird ebenfalls über einen Radweg verfügen.
  • Errichtung eines Radwegs an der Nordseite der Kökelsumer Straße (K8) zwischen den Einmündungen Ächterheide und Sternbusch. Die Errichtung des Radwegs auf der Nordseite der Kökelsumer Straße ist im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplans Ächterheide geplant worden und dient insbesondere der Verbesserung der nahräumlichen Verbindungen im Westen Olfens.
  • Fortführung des Radwegs an der K8 bis zur B58. Der vorhandene Radweg an der K8 endet an der Einmündung zum Hof Schulze Kökelsum. Eine Fortführung des Wegs bis zur B58 ist im Radverkehrskonzept des Kreises Coesfeld vorgesehen.
  • Errichtung eines Radwegs entlang der Sandforter Straße (K14) zwischen Vinnum und B236. Die Maßnahme wurde im Zusammenhang mit einer möglichen Veränderung der Linienführung der K14 bereits dem Kreis gemeldet. Die Verbindung gehört jedoch nicht dem Rad-Hauptroutennetz gemäß dem Radverkehrskonzept an

Die beiden Radwegemaßnahmen mit Priorität 1 und 2 seien wegen der aktuellen und tatsächlichen Entwicklungen in Sachen Neubau beider Brücken (Ahsen und Vinnum) an 1 und 2 gesetzt worden, erklärt Schmalenbeck.

Von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen kam im Ausschuss der Vorschlag, die Priorisierungen bei Maßnahme 3 (Errichtung eines Radwegs an der Nordseite der Kökelsumer Straße) und 4 (Fortführung des Radwegs an der K8 bis zur B58) zu tauschen. Die Begründung lieferte Ralf Wozniak: Es gebe ja schon einen Radweg an der Kökelsumer Straße. Die Radler müssten eben nur die Straße queren. Ein größerer Nutzen liege an der Fortführung des Radweges an der K8 Richtung B58. Es handele sich um einen gefährlichen Bereich.

Laut Bürgermeister Wilhelm Sendermann halte die Verwaltung an der derzeitigen Priorisierung fest. Über einen Tausch könne man zu dem Zeitpunkt entscheiden, „wenn man sieht, wie die Perspektiven sind“. Der Zustand der Verbindung zur B58 sei „unsäglich“. Da teile er die Einschätzung der Grünen. Jedoch sei auch der Straßenzustand kein guter. Insofern sei eine Gesamtbaumaßnahme – Fahrbahnsanierung und womöglich eine Kurvenbegradigung und dann Radwegebau – sinnvoll. „Die Frage ist nur, wann diese Maßnahme ansteht“, sagt Sendermann. Also ergebe es keinen Sinn, einen Radweg zu bauen und dann erst die Fahrbahn zu sanieren.

Wie schnell werden die Maßnahmen denn umgesetzt? „Wie bald das realisiert werden kann, steht ein Stück weit in den Sternen, weil die Maßnahmen im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten umgesetzt werden“, sagt Christopher Schmalenbeck. Wobei die Maßnahmen vor der Lippebrücke Ahsen und der Lippebrücke bei Vinnum mit relativ konkreten Zeitplanungen versehen seien.

Der Bau- und Umweltausschuss billigte einstimmig die Priorisierung mit dem Zusatz, dass – je nach Realisierungsmöglichkeit – auch ein Tausch der Prioritäten der Maßnahmen 3 und 4 denkbar sei.

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Arndt Brede

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