Gärtnerei Lohmann baut für die Klimaschutzwoche ein Erdgewächshaus - so funktioniert es

mlzErdgewächshaus

Für die kreisweite Klimaschutzwoche hat das Team der Gärtnerei Lohmann mit dem Bau eines Erdgewächshauses begonnen. Eine Idee für nachhaltiges Gärtnern, die auch in Privatgärten möglich ist.

Vinnum

, 18.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Ausflug nach Holland oder gemeinsam im Garten buddeln? Den Mitarbeitern der Gärtnerei Lohmann in Vinnum fiel die Entscheidung zwischen den beiden Optionen leicht: Sie wollten buddeln. Denn das Projekt, das sich die Inhaber des Gärtnereibetriebs, Claudia, Rita und allen voran Thomas Lohmann, vorgenommen haben, ist kein alltägliches.

Mit dem Bau eines Passiv-Erdgewächshauses hatte Thomas Lohmann schon seit einiger Zeit geliebäugelt. Sein zugegebenermaßen großes Vorbild dafür ist das Eden Project im englischen Cornwall. Dabei handelt es sich um zwei riesige Biome, geschützt durch kuppelförmige Überdachungen.

Gärtnerei Lohmann baut für die Klimaschutzwoche ein Erdgewächshaus - so funktioniert es

Die Mitarbeiter der Gärtnerei Lohmann in Vinnum bauen zurzeit an einem Erdgewächshaus. Das Projekt ist Teil der Klimaschutzwoche und kann in dem Gärtnereibetrieb besucht werden. © Karim Laouari

„Die zwei riesigen Biome des Eden beherbergen den weltweit größten überdachten Regenwald und eine mediterrane Biosphäre mit prachtvollen Blumen, aromatischen Kräutern und Obstbäumen. Unter den beiden Kuppelformationen und in den weitreichenden Freiluftgärten wachsen mehr als eine Million Pflanzen aus der ganzen Welt“, heißt es auf der Seite des Eden Project.

Das zeigt die Gärtnerei am Wochenende

  • Die Gärtnerei Lohmann, Borker Straße 58, zeigt am Samstag, 21., und Sonntag, 22. September (10 bis 17 Uhr), praktische Ideen, wie jeder Klimaschutz im eigenen Garten oder Balkon umsetzen kann.
  • Förderung der Artenvielfalt, Wasser einsparen, Selbstversorgung, trockenheitsverträgliche Pflanzenwahl und mehr sind die Themen.

Nun will die Gärtnerei in Vinnum keinen Regenwald beherbergen, das Ziel des Teams sei vielmehr, nachhaltige Möglichkeiten zu nutzen, um die Anbau- und Erntezeiten von Gemüse, wie Tomaten, Salat oder Kräutern zu verändern, wie Thomas Lohmann erklärt.

Mit kleinen Kniffen Energie speichern und umleiten

Dafür musste sich das Gärtnerei-Team erst einmal eingraben. Auf einer Grundfläche von 13,5 Quadratmetern haben die zehn Mitarbeiter und ihre Chefs und Chefinnen etwa einen Meter tief gegraben. An den Seiten waren am Montag (16. September) bereits die ersten Reihen der Befestigungsmauern im Gewächshaus zu sehen. An einer Längsseite wird diese Mauer etwa auf Bodenniveau enden, auf der anderen Seite circa 1,50 Meter darüber hinaus gehen. In die Höhe gemauert wird mit massiven Klinkersteinen, kündigt Thomas Lohmann an. Das hat einen energietechnischen Grund.

Der Stein soll möglichst viel Wärme speichern, die durch das Glasdach, das mit einer Neigung von 35 Grad über dem Gewächshaus installiert wird, in das Haus gelangt. „Das Dach ist nach Süden ausgerichtet“, erklärt Lohmann. So soll das Gewächshaus möglichst viel Sonne bekommen.

Gärtnerei Lohmann baut für die Klimaschutzwoche ein Erdgewächshaus - so funktioniert es

Vorlagen für Erdgewächshäuser gebe es nur wenige zu finden, sagt Thomas Lohmann. Er hatte die Idee, ein solches Projekt irgendwann umzusetzen. © Karim Laouari

Eine weitere Besonderheit: Das Gewächshaus wird durch Rohrsysteme im Boden temperiert. Damit sollen Wärme und Kälte so abgeleitet werden, dass für die Pflanzen immer perfekte Bedingungen herrschen. „Das ist die Theorie“, sagt Thomas Lohmann mit einem Grinsen im Gesicht. Das Gewächshaus fällt in die Kategorie: Einfach ausprobieren.

Denn der Plan, den sich die Lohmanns überlegt haben, ist aus verschiedenen Ideen, die sie im Internet zum Thema Erdgewächshäuser gesammelt haben, zusammengefügt.

Gärtnerei Lohmann baut für die Klimaschutzwoche ein Erdgewächshaus - so funktioniert es

Die Mitarbeiter der Gärtnerei Lohmann in Vinnum bauen zurzeit an einem Erdgewächshaus. Das Projekt ist Teil der Klimaschutzwoche und kann in dem Gärtnereibetrieb besucht werden. © Karim Laouari

Die Pflanzen wachsen später übrigens auf Bodenniveau. Zwischen den Beeten ist allerdings ein in den Boden eingelassener Weg geplant. Außerhalb, entlang der Klinkerwand geht es dagegen noch mal in die Höhe. Dort wird ein Erdwall angeschüttet, der ebenfalls dazu beiträgt, dass die Temperatur gleichmäßig bleibt. Auch in dem Erdhaufen soll ein Rohrsystem installiert werden, um Wärme und Kälte umzuleiten.

Aus dem Betriebsausflug wurde ein Gruppenprojekt

Eigentlich hätte an dem Montag übrigens ein Betriebsausflug stattfinden sollen - nach Holland. Kurz zuvor habe das Team aber noch einmal über den Ausflug und über die anstehende Klimaschutzwoche gesprochen, erinnert sich Thomas Lohmann. Seine Idee, ein Erdgewächshaus zu bauen, sei eigentlich nur am Rande gefallen. Sie habe dem Team aber auf Anhieb gut gefallen. Also wurde aus dem Ausflug ein Teamprojekt.

Fertig wurde das Gewächshaus am Montag noch nicht. Den Baufortschritt zeigt die Gärtnerei aber auch schon vorher - als Teil der kreisweiten Klimaschutzwoche (12. bis 22 September), die auch in Olfen stattfindet. Thema in der Gärtnerei Lohmann ist das nachhaltige und umweltfreundliche Gärtnern.

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