Die Spendenbox hat die Fundgrube auf dem Wertstoffhof Olfen abgelöst. Jetzt gibt es Gespräche darüber, ob es nicht eine Rückkehr zum „Geben und Nehmen“ geben kann. © Thomas Aschwer
Wertstoffhof

Geben und Nehmen auf Olfener Wertstoffhof ist wieder ein Thema

Seit der Eröffnung des umgebauten Olfener Recyclinghofes gibt es keine Fundgrube mehr. Die Bürger können weiter brauchbare Gegenstände abgeben - aber nichts mehr mitnehmen. Das könnte sich ändern.

Geschmäcker ändern sich, Ansichten und Bedarfe auch. Stellt sich die Frage: Wohin mit aussortierten Dingen, die noch gut erhalten sind? Für den Müll sind sie eigentlich zu schade. Mit der Inbetriebnahme des neuen Olfener Wertstoffhofes wurde eine Spendenbox eröffnet, um gleichzeitig Gutes zu tun.

Die gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung (A&QUA) sammelt auf verschiedenen Recyclinghöfen gut erhaltene Dinge, um sie im eigenen Sozialkaufhaus in Nottuln in der Hagenstraße 8 „für kleines Geld“ zu verkaufen. So können Menschen mit sehr geringem Einkommen beispielsweise einen CD-Player für drei oder vier Euro kaufen. Soweit die Theorie.

Ob in Olfen oder in Dülmen – viele der abgegebenen Dinge werden am Ende doch auf dem Wertstoffhof in Containern entsorgt. „A&QUA kann nur 10 bis 20 Prozent aus der Spendenbox gebrauchen“, sagt Matthias Bücker, Pressesprecher der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld. Das liege vor allem auch daran, dass Dinge hineingestellt werden, die dort nichts zu suchen haben.

Weiterverkauf von gespendeten Dinge war ein Problem

Bücker räumt ein, dass die Situation auch bei der früheren Fundgruben ähnlich war. „Viele unbrauchbare kleinere Dinge, insbesondere Gläser und Porzellan fanden sich in den Regalen wieder – wohl, um das Volumen der Restmülltonnen zu schonen.“ Eine weiteres Problem der Fundgrube: Es habe immer wieder Interessenten gegeben, die die Gegenstände zum Weiterverkauf entnommen hätten.

Aus Sicht der Wirtschaftsbetriebe hat sich der erwünschte Erfolg bei der Spendenbox nicht eingestellt. Matthias Bücker sieht eindeutig Handlungsbedarf. Die Wirtschaftsbetreibe Kreis Coesfeld wollen zeitnah das Gespräch mit A&QUA führen, um das Interesse an der Fortführung des caritativen Projektes zu ermitteln. „Super“ wäre aus Sicht des Pressesprechers eine ehrenamtliche Begleitung des caritativen Projektes.

Situation auf den Wertstoffhöfen soll sich deutlich verbessern

Zwei Aspekte sind den Wirtschaftsbetrieben auf jeden Fall wichtig. Egal ob Spendenbox oder Fundgrube, die Situation soll sich auf den Recyclinghöfen auf jeden Fall verbessern. Vor allem geht auch darum, keinen Restmüll in die Fundgrube oder die Spendenbox zu stellen. Und zwar sehr zeitnah. Ziel der Wirtschaftsbetriebe ist eine Entscheidung bis Anfang 2021.

Die Olfener Position ist dabei bekannt. Bereits beim Start der Spendenbox hatte Bürgermeister Wilhelm Sendermann auf die Nachteile verwiesen. Schade würden es viele Olfener finden, dass der unkomplizierte Warenaustausch am Wertstoffhof nicht mehr möglich sei. Er sprach auch von einem „legitimen Interesse der Bürger“, nicht mehr benötigte kleine Dinge kostenlos vom Recyclinghof mitzunehmen.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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