Gudrun Schlaphorst (l.) und Marita Jürgens zeigen die geplanten Fischplaketten für Täuflinge. © Antje Pflips
Kirche in Olfen

Gedenken an Tod und Leben: Christuskirche Olfen schafft Erinnerungsorte

Im Innenbereich der evangelischen Kirche in Olfen tut sich gerade so einiges. Gemeindemitglieder sollen so besser ihrer Angehörigen gedenken können und einen Ort, zum Innehalten finden.

Einiges hat sich bereits getan bei der evangelischen Christuskirche in Olfen. Die Außenanlagen sind vorwiegend fertig gestaltet. Eine neue Pflasterung, ein barrierefreier Zugang zum Pfarrhaus besteht, neue Raseneinsaat und Rodungen wurden bereits im letzten Jahr vorgenommen. Der Kircheninnenraum erhielt einen hellen Anstrich, die dunklen Vertäfelungen wurden abgeschliffen. Mobiliar und Lampen sind moderner geworden. Sie wurden von einer anderen Kirchengemeinde übernommen. Beamer und Leinwand werden bereits gerne bei Veranstaltungen genutzt.

Doch damit sind die Veränderungen noch nicht abgeschlossen. Pfarrer Thorsten Melchert und das Presbyterium planen weiter. „Es sollen drei Bereiche zum Nachdenken und Gedenken entstehen“, erklärt Melchert. Was man schon aus manchen evangelischen Kirchen kennt und sogar in der katholischen Kirche üblich ist, soll nun auch in Olfen entstehen.

„Immer häufiger fragten mich Gemeindemitglieder nach einer Möglichkeit, in der Kirche für ihre Familienangehörigen oder Freunde eine Kerze anzünden zu können“. Es sei der Wunsch nach einem Ort der Stille, an dem man der Verstorbenen gedenken, Kraft tanken für eine bevorstehende Prüfung oder ein Vorhaben oder einfach nur ein Gebet sprechen kann. Intensiv befasste sich in den letzten Monaten das Presbyterium mit der Umsetzung dieser Wünsche.

Erste Ergebnisse zeigen sich bereits

Betritt man den Kirchraum fällt gleich gegenüber der „Ort der Stille“ auf. Unterhalb des Fensters soll hier die Jahreslosung als Plakat oder Tuch angebracht werden. Darunter gibt es eine Abstellmöglichkeit für Kerzen. Nach einer optimalen Möglichkeit wird noch gesucht. Stühle bieten Sitzmöglichkeiten. „Wir hoffen, noch in diesem Jahr mit diesem Projekt fertig zu sein“, sagt Marita Jürgens, Presbyterin für Finanzen und Vorstandsmitglied des Fördervereins.

In dem Bereich zwischen Orgel und Taufstein soll der Ort für Tauferinnerungen entstehen.
In dem Bereich zwischen Orgel und Taufstein soll der Ort für Tauferinnerungen entstehen. © Antje Pflips © Antje Pflips

An der Südseite der Kirche, neben der Orgel und dem Taufstein entsteht ein Ort der Tauferinnerung. Auf einer Holztafel soll für jeden Täufling ein Fisch angebracht werden. Dieser hat eine Messingoptik mit dem eingravierten Namen und Datum des Täuflings. „Wir haben durchschnittlich 25 Taufen pro Jahr“, sagt Melchert. Dazu gehören auch auswärtige Taufen oder die, die im Naturbad vorgenommen werden. Etwa nach drei Jahren können so auf der Tafel rund 75 Fische angebracht werden. In einem Tauferinnerungsgottesdienst sollen die Fische an die Eltern überreicht werden.

Persönliche Erinnerung zum Gedenken an Verstorbene

Der dritte Bereich ist für das Gedenken an verstorbene Gemeindemitglieder gedacht. Er befindet sich rechts neben dem Kircheneingang. Hier ist ein Stehpult mit dem „Buch des Lebens“ geplant. Neben den notwendigen Angaben wie Name, Geburtsdatum, Todesdatum, Datum der Beisetzung und dem Bibelwort zur Beisetzung wird Angehörigen und anderen Hinterbliebenen die Möglichkeit angeboten, eine persönliche Erinnerung einzutragen. Das kann ein Foto sein oder die Schilderung besonderer Ereignisse oder liebenswerte Eigenarten der verstorbenen Person. Nach einer angemessenen Zeit werden die Blätter herausgenommen und in Buchform gebunden.

Alle Ausführungen des Mobiliars oder der Holztafel sollen sich dem vorhandenen Farbkonzept anpassen. Weiterhin ist eine „offene Kirche“ geplant. „Kirche soll auch in der Woche öfters öffnen“, kündigte Gudrun Schlaphorst an. Bis Ostern soll dafür ein Konzept erstellt sein. Gleichzeitig wird weiterhin an der Außengestaltung gearbeitet. Die Gemeinde plant dabei eine Beleuchtung des Kirchengebäudes.

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