Pleiten, Pech, Pannen: Glasfaserausbau in Olfen verzögert sich seit Monaten

mlzGlasfaserausbau

Der Kreis Coesfeld feiert eine Glasfaser-Abdeckung zu 75 Prozent und liegt damit NRWweit auf Platz eins. In Olfen verzögert sich der Ausbau. Auch Corona-Quarantäne gehört zu den Gründen.

Olfen

, 09.07.2020, 10:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Glasfasernetz im Kreis Coesfeld - und somit der Zugang zu schnellem Internet - wächst weiter, das gibt die Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld bekannt. Mit dem erfolgreichen Anschluss Nottulner Stadtteile an das Glasfasernetz sei eine Abdeckung von 75 Prozent erreicht, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Eine ländliche Region überflügelt somit die NRW-Metropolen und liegt, laut Kompetenzzentrum Gigabit.NRW, im Vergleich der Versorgungsquote aller Kreise und kreisfreien Städte des Bundeslandes auf dem Spitzenplatz“, heißt es weiter. Zum Vergleich: Auf Platz zwei liegt die Stadt Köln mit einer Abdeckung von 54 Prozent.

Zu 97 Prozent abgeschlossen

In der Stadt Olfen sollte der Glasfaserausbau ebenfalls voran geht. Doch es hakt. Denn das Bauprojekt, 300 Haushalte (davon 30 Bauernhöfe) in Olfens Außenbereichen, Zugang zu moderner digitaler Infrastruktur zu verschaffen, liegt brach.

Die Tiefbauarbeiten, also die Verlegung der 65 Kilometer langen Kabel in Gräben seien zwar bereits zu 97 Prozent abgeschlossen, sagt Olfenkom-Geschäftsführer Manfred Casper auf Anfrage. Auch 36 Prozent der neuen Kunden seien bereits dem Netzt angeschlossen - bei vielen hapere es auch an Terminschwierigkeiten dererseits. Was aber noch fehlt ist die Verlegung von 91 Straßenquerungen der Kabel.

Bauabschluss um ein halbes Jahr verzögert

„Wir strampeln im Moment“, sagt Manfred Casper. Noch im November 2019 hatte er, nach dem bereits um mehrere Monate verzögertem Start der Bauarbeiten, in Aussicht gestellt: „Wir gehen davon aus, dass wir im Januar ziemlich durch sind.“ Das wäre dann nach einer Gesamtbauzeit von drei Monaten gewesen. Im Februar dann war von April oder Mai die Rede. Doch widrige Umstände haben auch diesen Termin gekippt. Jetzt sagt Casper: „Seit 14 Tagen ist kein Tiefbau verfügbar. Beide Arbeiter, die uns zugeteilt sind, sind krank.“ Zuvor sei die Tiefbaufirma von einem österreichischen Unternehmen geschluckt worden. Dann alle Arbeiter jeweils zwei Mal in Corona-Quarantäne gewesen.

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„Wenn die beiden Arbeiter dann wieder gesund sind - ich erwarte jeden Tag den Hinweis seitens der Firma - dann brauchen sie noch fünf bis sechs Wochen, um die Querungen zu verlegen und dann brauchen wir, wenn die Leute mitmachen, noch mal vier Wochen, um die Anschlüsse freizuschalten“, sagt der Geschäftsführer. „Aber es ist sehr ärgerlich, wenn man sich auf seinen Partner nicht verlassen kann.“ Leider sei man vertraglich festgenagelt. „Wir wollen aber, dass das vernünftig zu Ende gebaut wird und nach erneuten Gesprächen bin ich jetzt auch zuversichtlich, dass es kurzfristig weiter geht“, sagt Casper.

Insgesamt möchte die Olfenkom 1600 Haushalte in Olfen mit einem Glasfaseranschluss versorgen. Etwa 40 Prozent sind derzeit schon abgedeckt.

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Als nächstes soll der nördliche Bereich mit 1300 Haushalten angegangen werden. Ursprünglich stellte die Olfenkom drei Jahre Bauzeit in Aussicht. Doch auch jetzt könne dieser Zeitplan vorraussichtlich noch eingehalten werden, stellt Casper in Aussicht.

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