Ab Mittwoch Müssen Friseure schließen: Lockdown fürs Locken machen und Haare schneiden. © dpa
Corona-Krise

Haareschneiden bis nachts: Friseure geben noch einmal alles vorm Lockdown

Montag ist Ruhetag - eigentlich. Angesichts der Tatsache, dass ab Mittwoch vorerst nur noch Ruhetage kommen, haben Friseure für diesen Montag und Dienstag (14./15.12.) Spätschichten geplant.

Die Kundinnen und Kunden hatten sich schon am Wochenende gemeldet: alles Menschen, die frisch frisiert die Feiertage verbringen und mit flottem Haarschnitt ins neue Jahr starten möchten. Sie hatten dafür in der Regel schon lange einen Termin ausgemacht. Das ist so im Friseursalon „Haar Generation Kopp“ in Olfen genauso wie in jedem anderen Betrieb landauf, landab. „Klar, dass wir dann auch am Montag geöffnet haben“, sagt Theo Kopp. Und klar, dass die Tür zum Salon schon vor 8 Uhr offen stand – und so schnell nicht wieder geschlossen werden wird.

Theo Kopp: „Ich rechne mit Feierabend weit nach 20 Uhr“

„Ich rechne mit einem Feierabend weit nach 20 Uhr“, sagt Theo Kopp am Montag. Und am folgenden Dienstag werde es nicht anders werden. Eva Stefanello, Inhaberin des Olfener Salons Eva’s Lockenbude, geht ebenfalls von langen Extra- Schichten aus. Keine Ausnahme: Aus ganz NRW ist zu hören, dass Waschen, Färben, Schneiden gerade ganz oben auf der vorweihnachtlichen Wunschliste vieler Menschen steht. Schließlich weiß niemand, wann das wieder möglich sein wird.

Offiziell gilt die ab dem 16. Dezember geltende Verschärfung der Corona-Regeln bis 10. Januar. Wenn die Infektionszahlen bis dahin aber nicht spürbar gesunken sein werden, ist von einer Verlängerung auszugehen. Im Frühjahr beim ersten Lockdown hatten die Friseure ihre Salons bereits sechs Wochen geschlossen halten müssen.

Keine Zeit für Interviews

Hatten sich die Betriebe abgesprochen, dass sie mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung in den Lockdown starten? Christin Flüchter, die Obermeisterin der Friseurinnung Coesfeld, einer von 43 Friseurinnungen in NRW, verneint. „Das hat jeder für sich entschieden“, sagt sie am Telefon. Welche Hilfen sie jetzt vom Staat erwarten und wie sie ihre Teams durch den Lockdown führen können – dazu sagt die Friseurin aus Darup gar nichts: „Fragen sie noch einmal ab Mittwoch, dann haben wir Zeit.“ Am vorletzten Tag, an dem sie arbeiten dürfen, sei dagegen an freie Zeit zum Reden gar nicht zu denken.

In Thüringen brauchen Friseure nicht zu schließen

Im November während des Lockdown Light waren Friseure noch ausgenommen von Schließungen. Kosmetik- und Tattoostudios mussten damals schon dicht machen, Fitnessstudios, Kneipen, Restaurants und Bars ebenso. Jetzt beim Wechsel in den harten Lockdown sind auch die Friseure dabei – aber nicht bundesweit.

In Thüringen dürfen sie vorerst ihre Salons weiter geöffnet halten.

Im September hatte es noch ganz anders ausgesehen. Die Friseur-Innungen in NRW hatten sich zu diesem Zeitpunkt mit einem offenen Brief an die Landesregierung gewandt: „Wir halten es für dringend an der Zeit, die Schutzmaßnahmen in unseren Betrieben zu überdenken und den aktuellen Erkenntnissen und örtlichen Infektionszahlen anzupassen.“ Mit „anpassen“ war damals noch abbauen gemeint.

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Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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