Handys liefern Daten für eine geplante Buslinie entlang der B58 nach Haltern

mlzNeue Buslinie

Ob es eine neue Verbindung entlang der B58 mit Zubringer nach Olfen gibt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Dabei spielen Handydaten eine ganz wichtige Rolle.

Olfen, Haltern, Ascheberg

, 26.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer auf der Ost-West-Achse mit dem Bus unterwegs sein will, hat es schwer. Ein Linie entlang der B58 von Drensteinfurt über Ascheberg, Lüdinghausen und Haltern gibt es nicht. Und damit auch keinen Zubringer beispielsweise von Olfen aus. Im vergangenen Herbst gingen deshalb die Bürgermeister der vier betroffenen Orte in die Offensive.

Mittlerweile ist das Thema auch beim Kreis Coesfeld angekommen. Aktuell läuft hier der Prüfauftrag. Bis Ende März soll nach Aussage von Gerrit Tranel (Geschäftsführer beim Zweckverband Münsterland Fachbereich Bus) geklärt sein, welches Potenzial eine derartige Strecke haben könnte. Bei der Überprüfung setzen die Verantwortlichen neuerdings auf die Auswertung von Handydaten.

Pendlerstatistiken ausgewertet und Haushalte befragt

„Früher haben wir Pendlerstatistiken ausgewertet und Haushalte befragt“, sagt Gerrit Tranel. Das kostet Zeit und Geld. Nachdem nun anonymisierte Daten erworben worden sind, können mögliche Potenziale auch ohne aufwendige Haushaltsbefragungen ermittelt werden.

„Anhand dieser Daten können wir sagen, wie viele Leute sich auf der Strecke zwischen Drensteinfurt und Haltern bewegen.“ Und damit könne auch eine Vermutung aufgestellt werden, wie viele Menschen vom Umstieg vom Auto auf den Bus tendenziell überzeugt werden können. „Wir sind selber auf die Ergebnisse gespannt“, sagt Tranel.

Daten sollen bis Ende März 2020 ermittelt sein

Die Datenmenge ist ohnehin nur die eine Seite der Medaille, die Entscheidung der Politik die andere. Im zweiten Quartal 2020 soll nach den aktuellen Plänen des Kreises Coesfeld die Politik die Zahlen bewerten und entsprechende Schlüsse ziehen. Bei optimalem Verlauf steht im Sommer fest, ob es eine durchgehende Busverbindung entlang der B58 gibt.

„Wir wollen die Bürger stärker dazu bewegen, Bus und Bahn zu nutzen“, sagt Lüdinghausens Bürgermeister Richard Borgmann. Er hat sich vor wenigen Tagen erneut stark für die Verbindung gemacht. Ein wesentlicher Beweggrund sei dabei der Klimaschutz.

Mehr Buslinien sollen Individualverkehr reduzieren

Aktuell gibt es keinen Anreiz für die Olfener beim Weg ins rund 20 Kilometer entfernte Haltern auf das Auto zu verzichten. Wer selbst von der Stadthalle bis zum Rathaus Haltern fährt, benötigt rund 20 Minuten. Wer hingegen auf den Bus angewiesen ist, ist deutlich länger unterwegs.

Die Fahrplanauskunft des VRR schlägt zwei Routen vor - über Datteln oder über Lüdinghausen - in beiden Fällen also Touren mit erheblichen Umwegen. Das Ergebnis überrascht nicht. Busfahrer sind rund eine Stunde unterwegs, teilweise sogar länger. Hier wäre eine direkte Linie ein deutliches Argument für den öffentlichen Personennahverkehr.

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