Heimatverein berichtet vom Dritten Reich

Zeitzeugen

OLFEN Erschütternde Berichte aus Originaldokumenten - der Heimatverein informierte über geschichtliche Hintergründe zum neuen Film "Unter Bauern" und ergänzte sie mit eigenen Erfahrungen.

von Von Antje Pflips

, 14.10.2009, 14:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bernhard Willms (3.v.l.) trug historische Materialien zusammen.

Bernhard Willms (3.v.l.) trug historische Materialien zusammen.

Um einen Eindruck von den Lebensumständen der Juden und Verfolgten sowie der tödlichen Bedrohung und Verschleppung im Dritten Reich der 1930er Jahre zu verschaffen, informierte Bernhard Wilms im Heimathaus – angereichert war sein Bericht mit eigenen Erfahrungen und Erlebnissen. Anhand von Originaldokumenten machte er klar, wie eindeutig das Ziel der NSDAP formuliert war, Menschen jüdischer Herkunft auszugrenzen und zu vernichten.

„Dieses Buch wurde an allen Schulen gelesen“, sagte Wilms und zeigte das Politikbuch der NSDAP „Von deutscher Gemeinschaft“ aus dem Jahr 1939, in dem die Gesinnung ganz klar erkennbar ist. Auch „Mein Kampf“ von Adolf Hitler, datiert 1940, diente als Quelle. Peter Dördelmann zitierte zusätzlich aus dem Buch von Marga Spiegel und Toni Kallhoff aus den Büchern „Juden im Kreis Coesfeld“, „Juden in Olfen“ und aus Berichten aus dem Stadtarchiv.

Chronologische Aufstellungen von 1933 bis 1938 gaben einen Einblick in die fortschreitende „Eskalation des Terrors“. Einzelschicksale, wie das der Familie Simons, berührten sehr. Die Familie verließ Olfen 1928. Während Peter Simons 1938 nach Palästina emigrierte, starb seine Mutter im KZ Theresienstadt. Sein Bruder Erich und dessen Familie wurden nach Auschwitz verschleppt.

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