Helikopter verteilt Kalk im Sandforter Wald

Gegen den sauren Regen

Auf einer Fläche von mehr als 356 Hektar wird der Sandforter Forst in den letzten Tagen täglich aus der Luft mit kohlensaurem Magnesiumkalk bestäubt. Im Minutentakt rauscht ein Helikopter an, ein nur 700 Kilo leichter Brummer mit der Wendigkeit eines Spielzeugmodells.

OLFEN

von Von Ilka Bärwald

, 11.03.2011, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was unter ihm passiert, kann Pilot Friedhelm Huß nur mit Hilfe eines Außenspiegels überwachen. Wie ein Bussard über der Beute hält er seine Position, bis der Bagger den Kübel mit einer neuen Fuhre Kalk gefüllt hat. 500 Kilo fasst der Trichter, eine rotierende Scheibe unterhalb der Öffnung verteilt den Kalk gleichmäßig über den Wald. Der größte Teil des gekalkten Waldbezirks gehört zum Privatbesitz des Grafen Plettenberg. Privatförster Bruno Oelmann ist für den Forst zuständig.    „Wir kalken hier gegen den sauren Regen“, erklärt er die Aktion. Der Boden habe einen pH-Wert zwischen 2,7 bis 3,5, zum Vergleich: Essig hat den pH-Wert 3.“ Das kann zu Wurzelschädigungen führen“, weiß auch Wolf Meyer vom Forstbetriebsbezirk Lüdinghausen. Er betreut die Kalkung im Auftrag des Regionalforstamtes Münsterland. Verbessern kann der Kalk die Bodenwerte nicht, er kann die Versauerung nur aufhalten.  „Etwa alle zehn Jahre wird so eine Kalkung aus der Luft durchgeführt“, so Oelmann. Zur Zeit laufen die Arbeiten unter Hochdruck, zwei Helikopter fliegen parallel, damit alles bis Mitte März abgeschlossen ist.  

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