Corona-Krise

Hilferuf im Kreis Coesfeld: Ohne Umdenken droht Innenstädten der Kollaps

Geschäfte vor Ort stärken: Dafür wirbt „Das Gute findet Innenstadt“. Ausgerechnet kurz vor dem harten Lockdown traten die Initiatoren an die Öffentlichkeit. Ein verzweifelter Appell.
Kurz vor Bekanntgabe des Lockdowns Haben (v. l.) Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Coesfelds Bürgermeisterin Eliza Diekmann und der Vorsitzende im IHK-Regionalausschuss für den Kreis Coesfeld, IHK-Vizepräsident Heinrich-Georg Krumme, Flagge gezeigt für den lokalen Einzelhandel. © IHK

„Wir müssen den lokalen Einzelhandel in den Städten und Gemeinden im Kreis Coesfeld unterstützen.“ Dieser Appell von Freitag /11.12.) klingt etwas nach Pfeifen im dunklen Wald. Denn als sich Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und der Vorsitzende im IHK-Regionalausschuss für den Kreis Coesfeld, Heinrich-Georg Krumme, trafen, um für die Initiative „Das Gute findet Innenstadt“ zu werben, zeichnete es sich schon ab: Am Mittwoch (16.12.) werden die Geschäfte des lokalen Einzelhandels – bis auf Lebensmittelläden – schließen müssen. Das mit dem Einkaufen vor der Haustür wird dann schwierig.

Gerade in der aktuellen Situation können auch Einkaufs-Gutscheine ein sinnvolles Geschenk sein, schreiben Landrat und IHK-Ausschussvorsitzender – zu gleich Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland – in einer gemeinsamen Erklärung. Bis zum 11. Januar werden die so Beschenkten solche Gutscheine aber nicht einlösen können, wie seit Sonntagmorgen (13.12.) feststeht.

Krumme: „Betriebe werden vor dem Aus stehen“

Welche Auswirkungen ein harter Lockdown mitten im Weihnachtsgeschäft für den örtlichen Handel haben kann, ahnt Krumme. Seine Prognose ist düster, Und sie betrifft nicht nur die Kaufleute, sondern auch die Kommunen: „Wenn die Umsätze im Weihnachtsgeschäft in dem Umfang am lokalen Einzelhandel vorbeigehen, stehen viele Betriebe endgültig vor dem Aus und zahlreiche Kommunen in kürzester Zeit vor dem Problem leerstehender Läden in den Innenstädten.“, Krumme sieht alle gefordert: „Wir müssen ein stärkeres Bewusstsein dafür schaffen, dass es nicht folgenlos ist, wo und wie wir einkaufen.“

Der Landrat sieht ebenfalls ein gesamtgesellschaftliches Problem: „Attraktive und lebenswerte Innenstädte im Kreis Coesfeld brauchen auch in Zukunft einen möglichst vielfältigen Einzelhandel.“ Sein fast flehender Appell: Die Coronakrise dürfe keinen Kahlschlag im Einzelhandel verursachen.

Innenstädte werden sich sowieso wandeln

Die Innenstädte werden sich in jedem Fall wandeln, wie Schulze Pellengahr prophezeit: Die Handelsfunktion der Innenstädte werde insgesamt zurückgedrängt. Das bestätige die aktuelle NRW-Kommunalumfrage. Das sei auch angesichts der Zunahme des Umsatzes im Onlinehandel schon vor der Corona-Pandemie absehbar gewesen. „Dennoch wird auch zukünftig ein zwar kleinerer, aber attraktiver Kern an Einzelhandelsgeschäften zu unseren Innenstädten und Ortszentren gehören“, zeigte er sich überzeugt.

„Das Gute findet Innenstadt“ ist eine gemeinsame Initiative von IHK Nord Westfalen, Handwerkskammer Münster, Münsterland e.V., WIN Emscher-Lippe und Handelsverband NRW. Unterstützt wird sie von Sparkassen sowie Volks- und VR-Banken der Region.

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