Hunde gehen gern Gassi. Am liebsten unangeleint. Das ist nicht überall möglich. Es könnte ja Konflikte mit Fußgängern oder Radfahrern geben. Die Stadt feilt an einer Lösung.

Olfen

, 14.12.2019, 05:56 Uhr / Lesedauer: 3 min

Rund 40 Frauen und Männer nahmen am Donnerstag, 12. Dezember, an der ersten Informationsveranstaltung zum Thema „Hundewiese für Olfen“ im Bürgerhaus teil. Die Stadt hatte dazu eingeladen. Bürgermeister Wilhelm Sendermann erläuterte, warum: „Das Thema ist virulent.“

Minibullterrier Billy spielt auf der Hundewiese in Castrop-Rauxel-Ickern. Auch für Olfen wird ein geeigneter Standort für eine Hundewiese gesucht.

Minibullterrier Billy spielt auf der Hundewiese in Castrop-Rauxel-Ickern. Auch für Olfen wird ein geeigneter Standort für eine Hundewiese gesucht. © Iris Woitschell (A)

In einigen Orten gebe es bereits Hundewiesen, in anderen sei das Thema in der Diskussion. Es gebe auch in Olfen bei Hundebesitzern das Bedürfnis, den Hund auch mal von der Leine zu lassen, ihn in irgendeiner Art und Weise vielleicht auch zu trainieren. Da gebe es aber auch Menschen, die Angst vor Hunden haben. „Und das sind die Punkte, um die wir uns kümmern wollen“, so Sendermann.

Miteinander ins Gespräch kommen

Die Informationsveranstaltung sei dazu da, miteinander ins Gespräch zu kommen, erklärte Olfens Bürgermeister. Die Stadt wolle die Bürger in die Planungen und Überlegungen zum Thema Hundewiese mit einbeziehen.

Dieser Abend - das zeigte sich ganz schnell - stieß nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ bei den Bürgern auf Interesse. Am Ende der Veranstaltung hatten Sendermann und Christiane Himmelmann, die bei der Stadt für das Thema verantwortlich ist, eine Liste von Standortvorschlägen und Ideen zur Ausstattung einer Hundewiese.

Mit folgender Arbeitsgrundlage geht die Verwaltung nun ins Rennen:

Ausstattungskriterien:

Da kamen einige zusammen:

  • Die Hundewiese müsse eingezäunt werden, hieß es von einer Hundebesitzerin: „Damit die Hunde von der Leine gelassen werden könne, ohne dass man Angst haben muss, dass einer weg läuft.“
  • Diese Hundebesitzerin fände es auch schön, wenn Wasser in der Nähe der Hundewiese wäre. „Viele Hunde finden es toll, im Wasser herumzutoben.“
  • Ebenso sei Baumbestand wünschenswert.
  • Ein weiteres wichtiges Ausstattungsmerkmal: eine Toilette.
  • Eine Tränke für die Hunde wurde auch genannt.
  • Die Erreichbarkeit spielte auch eine Rolle in den Vorschlägen aus den Reihen der Bürger.
  • Und Parkplätze müssten auch vorhanden sein.
  • Als wichtig erachtete eine Bürgerin auch eine Beleuchtung für die Hundewiese.
  • Nächster Vorschlag: Die Hundewiese solle für große und für kleinere Hunde aufgeteilt werden, am besten mit einem Zaun.
  • Zudem, so ein weiterer Vorschlag, müsste eine Tafel mit Grundregeln für das Verhalten auf der Hundewiese aufgestellt werden, sagte eine Olfenerin.
  • Auch das Thema Videoüberwachung kam auf die Liste.
  • Neben diesen Standortkriterien müsse auch sichergestellt werden, für soziale Kontrolle zu sorgen, hieß es. So könne eine kleine Gemeinschaft entstehen, die sich kümmert, führte ein Bürger aus. Zum Beispiel auch, um den Rasen zu mähen. Ins Gespräch brachte eine Frau in dem Zusammenhang eine Vereinsgründung.
  • Zum Thema Erreichbarkeit schlug eine Olfenerin vor, statt nur eine große Hundewiese lieber drei kleinere Wiesen an verschiedenen Stellen Olfens anzulegen.
  • Eine Bürgerin schlug eine Kooperation mit Olfens gewerblicher Wirtschaft vor. So sei der Hundeplatz in Lünen-Brambauer in Kooperation mit einem Unternehmen für Tiernahrung angelegt worden.

    Eine Hundestation mit Hundekotbeuteln, wie auf der Hundewiese in Ickern, wäre auch für Olfen denkbar.

    Eine Hundestation mit Hundekotbeuteln, wie auf der Hundewiese in Ickern, wäre auch für Olfen denkbar. © Iris Woitschell



Standortvorschläge:

  • Das Naturbad und seine Flächen drumherum. Das Bad-Areal sei geeignet, um als Hundewiese zu dienen, erklärte ein Bürger. „Es hat schöne Möglichkeiten mit Flächen, die groß genug sind.“ Ein ergänzendes Argument pro Naturbad-Umgebung lieferte eine Frau: „Es ist gut erreichbar.“

    Rund ums Naturbad - so finden einige Bürger - gibt es viel Platz für eine Hundewiese.

    Rund ums Naturbad - so finden einige Bürger - gibt es viel Platz für eine Hundewiese. © Arndt Brede



  • Alte Fahrt zwischen Bolzplatz und Stever. Die Fläche sei zentral, gut erreichbar, verfüge über Parkmöglichkeiten, fasste ein Bürger zusammen.
  • Der Steverstrand. Ideal, meint eine Olfenerin, weil es dort Wasser gebe, in dem die Hunde spielen könnten.

    Ein Vorschlag für einen möglichen Hundewiesenstandort ist der Bereich zwischen St.-Vitus-Stift und Alter Fahrt.

    Ein Vorschlag für einen möglichen Hundewiesenstandort ist der Bereich zwischen St.-Vitus-Stift und Alter Fahrt. © Arndt Brede



  • Die Fläche zwischen St.-Vitus-Stift und Alter Fahrt. Sie sei verkehrsmäßig gut angebunden, hieß es. Und sie sei hügelig und damit gut geeignet für Hunde.
  • Die Wiese neben der Wolfhelm-Gesamtschule als zentraler Standort.

Das weitere Verfahren sieht so aus:

Diese Vorschläge werde die Verwaltung nun auf Machbarkeit prüfen, um dann in einer weiteren Infoveranstaltung Ende Januar/Anfang Februar 2020 ein bis zwei konkrete Vorschläge zu machen, zu denen sich die Bürger äußern können, sagte der Bürgermeister.

Das letzte und entscheidende Wort hat der Rat der Stadt Olfen.

Unter den Anwesenden bei der Bürgerversammlung war auch Heinz-Dieter Broz (UWG). Die UWG hatte 2016 das Thema Hundewiese per Prüfantrag in die politische Diskussion gebracht.

Zufrieden mit der Resonanz

Jetzt, drei Jahre später, wird das Thema konkret. Ist Heinz-Dieter Broz zufrieden mit der Vorgehensweise der Stadt? „Mit den drei Jahren, die vergangen sind, bin ich natürlich nicht zufrieden“, antwortet Broz. „Aber dass so viele Interessierte heute gekommen sind, darüber bin ich zufrieden. Ein guter Start, aber er hätte auch zwei Jahre eher kommen können.“

Weitere Vorschläge möglich

Weitere Vorschläge können Interessierte zu Standorte oder Ausstattung unter anderem per E-Mail loswerden. Entweder an die Adresse info@olfen.de oder an ch.himmelmann@olfen.de

www.olfen.de

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