Zottelig und lieb: die Poitou-Esel auf der Olfener Steveraue. © Sylvia vom Hofe
Steveraue in Olfen

Ideal für April-Schnee: Verfilztes Fell schützt Stars der Steveraue

Verfilzt hängt das lange Fall zu beiden Seiten des Körpers herab. Wegen dieser Laune der Natur haben Spaziergänger die Olfener Poitou-Esel Mitte März noch bemitleidet. Jetzt ist das anders.

Verwegen sehen sie aus: die Olfener Poitou-Esel. Und das hat nicht nur mit ihrer beachtlicher Größe zu tun: immerhin ein Stockmaß von bis zu 1,50 Meter, das es mit einem Pferd aufnehmen kann. Die zotteligen Stars der Steveraue haben dieses besondere Fell: lang, verfilzt und eine dicke Last. So schien es noch Mitte März. Anfang April im Schneegestöber beneiden Spaziergänger die Esel darum.

Wie eine widerspenstige Decke liegt das Zottelfell über den Tieren: haarige Platten, denen Regen und Schnee nichts anhaben können – genau das Richtige für die unerwartete Rückkehr des Winters. Die tierischen Nachbarn der Esel in der Aue, Konikpferde und Heckrinder, werden sie um den angeborenen Schutz beneiden. Dabei haben auch sie ein dichtes Fell, nur dass sie es nicht ganz so bereitwillig zeigen wie die Esel, die gerne die Nähe zu den Menschen suchen und sich manchmal sogar streicheln lassen.

Weidetiere auf 120 Hektar Auenlandschaft

Dass die Esel die erklärten Lieblinge der Spaziergängerinnen und Spaziergänger seien, will Norbert Niewind so nicht stehen lassen. Er kümmert sich um die Tiere im Naturschutzgebiet und möchte keinen Unterschied machen. Alle seien wichtig für das Ökosystem Flussaue. Alle Weidetiere leisteten ihren Beitrag, damit das 120 Hektar große Gebiet, durch das sich die renaturierte Stever schlängelt, nicht verkrautet. Eine Win-Win-Situation nicht nur für die Fläche, sondern auch für die Tiere.

In festen Platten scheint das Fell am Körper zu kleben. Das ist typisch für die Rasse der Poitou-Esel.
In festen Platten scheint das Fell am Körper zu kleben. Das ist typisch für die Rasse der Poitou-Esel. © Sylvia vom Hofe © Sylvia vom Hofe

Vor rund 50 Jahren standen die Poitou-Esel – wenn schon nicht die größte, dafür aber mit bis zu 450 Kilogramm die schwerste Eselrasse der Welt – noch vorm Aussterben. Damals gab es nur noch 25 reinblütige Tiere weltweit. Inzwischen ist ihre Zahl auf mehr als 500 gestiegen – vor allem in Parks und Zoos, darunter auch im Münsteraner Allwetterzoo.

Nachwuchs zurzeit noch nicht in Sicht bei den Eseln

Die sieben Olfener Esel sorgen aber gerade nicht dafür, dass diese Zahl weiter in die Höhe klettert. Im vergangenen Jahr wurde kein Jungtier geboren. Und zurzeit ist ebenfalls nicht bekannt, dass eine der Stuten trächtig wäre. Drei Jungtiere sind aber schon in der Aue groß geworden.

Weitere könnten folgen. Das hängt allein von Lust und Laune der halb wild in der Aue lebenden Esel ab. Eine Geburt würde sich lange vorher ankündigen: 370 Tage dauert es, bis ein Fohlen zur Welt kommt. Am Fehlen des Klapperstorchs kann es nicht liegen. Der ist inzwischen Stammgast in der Aue. Beide Horste – sowohl der an der Skateanlage als auch der am Floßanleger – sind besetzt.

Neben den zwei Storchenpaare als Saisongäste und den sieben Eseln leben acht Konikpferde in der Aue und 40 Heckrinder.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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