Die Laborergebnisse der Corona-Tests der letzten sieben Tage bestätigen es: Die Inzidenzwerte stagnieren. Allerdings auf hohem Niveau. © dpa/picture alliance
Corona-Krise

Inzidenzwerte im Münsterland zu Jahresbeginn: Geduld ist nötig

„Seien Sie geduldig“, hatte Kanzlerin Merkel den Deutschen zugerufen. Wie nötig das ist, zeigen auch die ersten Inzidenzwerte des neuen Jahres für das Münsterland.

Die Corona-Krise hat nicht nur das zurückliegende Jahr 2020 geprägt, sondern wird auch noch 2021 weiter bestimmen. Das hatte am Silvesterabend Kanzlerin Angela Merkel in der letzten Neujahrsansprache ihrer Amtszeit gesagt. Und das bestätigen auch die aktuellen Infektionszahlen für das Münsterland, die die Bezirksregierung Münster am Morgen des Neujahrstages geliefert hat.

Noch keine Trendwende in Sicht

„Diese Tage und Wochen, da gibt es nichts zu beschönigen, sind schwere Zeiten für unser Land. Und so wird es auch noch eine ganze Weile bleiben“, sagte Angela Merkel. Zwölf Stunden später bekräftigen das die Inzidenzwerte des Münsterlandes, also die Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Es zeigt sich eine Stagnation auf hohem Niveau. Verglichen mit dem Landesdurchschnitt liegen die Kreise und kreisfreien Städte im Regierungsbezirk Münster ein klein wenig besser da – wenn auch wie alle anderen weiter im tiefroten Bereich.

Für ganz NRW liegt der Inzidenzwert am Neujahrstag auf 126. Das ist eine minimale Verbesserung von 0,8 gegenüber des Datenbestandes des Vortags. Bundesweit lag der Wert am 31.12. bei 140. Ab einer Inzidenz von 50 gilt Warnstufe Rot.

Die Bezirksregierung Münster meldet für ihre fünf Kreise und drei kreisfreien Städte (Gelsenkirchen, Bottrop und Münster) am Neujahrsmorgen einen Inzidenzwert von 120,78. Das liegt etwas unter dem des Vortages: 126,37. Von der erhofften Trendwende durch den harten Lockdown ist allerdings noch nichts zu sehen. Und außerdem sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen.

Robert-Koch-Institut vermutet höhere Werte

Das Robert-Koch-Institut verweist darauf, dass rund um den Jahreswechsel genauso wie zuvor schon zu Weihnachten zu beachten sei, „dass zum einen meist weniger Personen einen Arzt aufsuchen, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt“. Dies führe dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet würden. „Zum anderen kann es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.“

Kreis Warendorf an der Spitze

Die Zahlen für das Münsterland sind auch so schon hoch genug – vor allem im Kreis Warendorf, dem aktuellen Spitzenreiter der Region mit einem Inzidenzwert von 183,2. Er ist im Vergleich zum Vortag noch leicht gestiegen (181) und liegt noch deutlich vor dem hohen Wert aus Gelsenkirchen (142,9). Der Kreis Borken liegt mit 73,2 am anderen Ende der Skala. Auf dem drittbesten Platz – gleich nach Münster – liegt der Kreis Coesfeld, zu dem auch Olfen, Nordkirchen und Ascheberg gehören. Er konnte zum 1. Januar den Inzidenzwert leicht verbessern: von 96,6 auf 94,3.

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