Neuer Landschaftsplan: Kanu fahren auf der Stever wohl bald verboten

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Mit dem Kanu auf der Stever paddeln - das war bislang kein Problem. Doch bald könnte das für den Naturschutz verboten werden. Der Kreis arbeitet an einem neuen Landschaftsplan.

Olfen

, 31.05.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele zieht es in Corona-Zeiten raus in die Natur. An schönen Sommertagen kann man zum Beispiel auf der Stever Kanus fahren sehen. Doch das könnte bald verboten sein.

Hintergrund ist eine Änderung des Landschaftsplans Olfen und Seppenrade. Die jetzt noch gültige Version stammt aus dem Jahr 2005. Seitdem hat sich die Stever verändert, ist beispielsweise in Olfen renaturiert worden. Bislang gab es auf dem Fluss keinerlei Beschränkungen zum Paddelboot und Kanu fahren.

Steverauen sind Teil des Natura-2000-Schutzgebiets

Inzwischen stehen etwa die Steverauen in Olfen unter Naturschutz. Teile gehören zum Natura-2000-Gebiet, einem EU-weiten Netz von Schutzgebieten. Darin sind alle Handlungen verboten, die zur Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebiets oder zu einer nachhaltigen Störung führen können.

Auch die „Gewässer zu befahren, in ihnen zu baden sowie Bootsstege oder sonstige Einrichtungen für den Wassersport“ zu errichten ist an der Stever künftig verboten, wenn der Landschaftsplan so geändert wird, wie der Entwurf es vorsieht. Das Kanufahren auf der Stever in den Auen könnte also verboten werden, erklärt Christoph Steinhoff von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Coesfeld.

Olfen will keine Event-Touren

Dabei hat die Stadt Olfen gar nichts gegen einzelne Kanu-Fahrer auf der Stever, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Gegen Event-Kanu-Touren sei die Stadt dagegen schon. „Wir wollen die Steveraue als Naturschutzgebiet von Touristischem freihalten“, sagt Sendermann.

Auf der Lippe war es für Kanu-Fahrer bislang kompliziert. Der Fluss bildet in Olfen die Grenze zwischen den Kreisen Recklinghausen und Coesfeld. Beide Kreise haben unterschiedlichen Regeln. Kanufahrer mussten genau wissen, auf welcher Flussseite und zwischen welchen Flusskilometern sie was durften, sagt Christoph Steinhoff.

Einheitliche Regeln auf der Lippe geschaffen

Das soll mit dem überarbeiteten Landschaftsplan nun einfacher werden. Die Kreise hätten sich auf einheitliche Regeln geeinigt, so Steinhoff. Die Lippe darf laut neuem Entwurf des Landschaftsplans stromabwärts mit „kanusporttypischen Booten“ befahren werden.

Allerdings dürfen zwischen den Einstiegsstellen 5 und 7 nur 30 dieser Boote pro Tag fahren. Dafür müssen sich Interessenten über das Online-Portal des Landeskanuverbandes NRW anmelden. Außerdem braucht ein Insasse pro Kanu einen Nachweis über die Teilnahme an einer Ökoschulung des Kanu-Verbands.

Wann genau der Landschaftsplan geändert wird, steht noch nicht fest. Derzeit liegt der Entwurf öffentlich aus und ist im Internet einzusehen. Je nachdem wie viele Änderungswünsche an die Untere Naturschutzbehörde herangetragen werden, verlängert sich der Änderungsprozess. Der Kreis würde den Plan gerne noch in diesem Jahr zur Satzungsreife bringen.

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