Kinderbetreuung und Abstand: Tagesmütter haben ein großes Problem

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Beim Essen helfen, Windeln wechseln, gemeinsam spielen: Tagesmütter können den geforderten Abstand nicht einhalten. Sie haben jedoch noch ein weiteres Problem.

Olfen

, 01.04.2020, 10:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sabine Schäfer hat sich im Sommer 2017 als Tagesmutter in Vinnum selbstständig gemacht. Längst hat sie sich und ihre Einrichtung etabliert. Die fünf Plätze der privaten Kinderbetreuung sind fast immer belegt. Doch derzeit ist es ungewöhnlich ruhig in der Einrichtung an der Hauptstraße. Eine Folge der Coronakrise und der neu erlassenen Richtlinien.

Nur wer in Einrichtungen der sogenannten kritischen Infrastruktur gebraucht wird, darf sein Kind weiter in die Kindertageseinrichtungen oder Schulen schicken - also Polizisten, Krankenschwestern oder Supermarktmitarbeiter.

„Am Montag habe ich ein Kind betreut, deren Mutter im Einzelhandel tätig ist und deren Vater auch arbeiten musste“, sagt Sabine Schäfer am Dienstagmittag. Als wir sie telefonisch erreichen, ist es im Hintergrund mucksmäuschenstill. „Heute ist kein Kind in der Einrichtung.“

Kinderbetreuung mit 1,5 Meter Abstand nicht möglich

Eine ungewöhnliche Situation für die Tagesmutter. Und eine etwas entspannende. Sabine Schäfer räumt ein, dass es ihr und ihren Kolleginnen in diesen Tagen schon „etwas mulmig ist.“ Die Tagesmutter berichtet von der besonderen Situation der Kinderbetreuung.

„Mundschutz und Handschuhe sind gerade bei Kleinkindern sehr schwierig.“ Dazu komme der Kontakt mit den Eltern. Wirklich schützen könnten sich die Tagesmütter nicht, lautet das Fazit von Sabine Schäfer. Doch sie liebt ihren Beruf. Deshalb macht sie mitten in der Krise auf den zum 1. August offenen Platz aufmerksam.

Viele Kinder wechseln im Alter von zwei Jahren in die Kita

Es sind vor allem sehr junge Kinder, die in den Räumlichkeiten an der Hauptstraße in Vinnum betreut werden. „Das jüngste Kind war gerade sechs Wochen alt.“ Sabine Schäfer übernahm einen Teil der Betreuung, nachdem der Mutterschutz ausgelaufen war.

Viele Mädchen und Jungen bleiben bis sie gut zwei Jahre alt sind. Dann wechseln sie meist in einen Kindergarten. Es gibt aber natürlich Ausnahmen. Beispielsweise bei einem Kind, das im Spätherbst die private Einrichtung verlässt, um dann mit drei Jahren in den Waldorfkindergarten zu wechseln.

Auch wenn keine Kinder kommen - das Jugendamt bezahlt weiter

In Zeiten der Coronakrise sind die festen Rhythmen aber außer Kraft gesetzt. An einigen Tagen bleibt die Einrichtung leer, an anderen Tagen kommen nur ein oder zwei Kinder.

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Wenigstens in einem Punkt müssen sich Sabine Schäfer und andere Tagesmütter keine Sorgen machen. „Das Jugendamt zahlt weiter.“ Damit muss sie sich neben den Gedanken um die eigene Gesundheit wenigstens keine Sorgen um die wirtschaftliche Situation machen. Bleibt die Hoffnung, dass sie bald wieder unbeschwert mit den Kindern spielen kann.

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