Kirchturmkletterer müssen einen neuen Versuch wagen

Kirchturm St. Vitus

Hoch hinaus hatte es gehen sollen: Die Mitarbeiter der Firma „Seilkonzept“ waren am Dienstag angerückt, um den Hahn auf der Kirchturmspitze Sr. Vitus abzumontieren. Doch es gab ein Problem.

Olfen

, 26.02.2019, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kirchturmkletterer müssen einen neuen Versuch wagen

Gernot De Bruyn (M.) mit seinen Kollegen Markus Böttcher (l.) und Patrick Jöhren - hier stehen sie auf festem Boden. Doch oft geht es hoch hinaus. © Martina Niehaus

„Der Hahn ist verbogen. Wir müssen ihn herunterholen und reparieren. Einige Tage später kommt er dann wieder auf die Kirchturmspitze“, erklärte Firmeninhaber Gernot de Bruyn am Vormittag. Zusammen mit seinen Kollegen Patrick Jöhren und Markus Böttcher wollte er kurze Zeit später auf den Turm der katholischen Kirche steigen.

Team rückt in den nächsten Tagen erneut in Olfen an

Doch daraus wurde vorerst nichts: Während der Vorbereitungen stellten die Höhenspezialisten aus Kassel fest, dass sie für die ordnungsgemäße Demontage des Hahns „Bauteile brauchen, die wir nicht dabeihaben“, wie de Bruyn erklärte.

Deshalb ist der Termin jetzt verschoben worden. In den nächsten Tagen, spätestens aber nächste Woche rückt das Team erneut an.

Pastoralreferent Martin Reuter hat also noch etwas länger Zeit. Denn er ist zurzeit noch auf Unterschriftenjagd. „Ich brauche noch Unterschriften für die Urkunde, die in eine der beiden Kapseln hineinkommt.“

Sobald die Höhenkletterer den Kirchturm erklimmen und den Hahn wieder anmontieren, sollen nämlich auch die beiden Zeitkapseln im Kirchturm ihren Platzfinden.

Sanierungen an alten Gebäuden brauchen Spezialisten

Das Team von Seilkonzept hat sich auf Dachdeckerarbeiten an historischen Gebäuden spezialisiert. „Bistümer, Klöster, Kathedralen“, zählt de Bruyn auf. Meistens seien es Sanierungen, die an diesen alten Gebäuden vorgenommen würden.

Die Mitarbeiter sind deshalb auf Baudenkmalpflege spezialisiert: Böttcher und Jöhren sind beispielsweise Spezialisten für historische Bedachungen wie Schieferbedachungen, Bleidächer, Stehfalztechnik oder Kupferdächer. „Auch Schmiedearbeiten muss unsere Firma durchführen, weil wir es oft mit Kupfer- oder Golddekorationen zu tun haben“, erklärt de Bruyn.

Wer eingestellt werden will, muss vor allem schwindelfrei sein

Und vor allem müssen die Seilkletterer eines sein: Schwindelfrei. „Es geht schon hoch hinaus“, gibt Gernot de Bruyn zu. Er und seine Mitarbeiter sind schließlich auf Kirchturmspitzen und Dächern in ganz Deutschland unterwegs. „Wir waren schon auf dem Kölner Dom und auf dem mainzer Dom“, erklärt de Bruyn.

Und in den nächsten Tagen erklimmen sie dann den Turm von St. Vitus. „Ich glaube, ich bin Gott näher als alle anderen zusammen“, sagt de Bruyn und lacht dabei.

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