Olfener Politik will sich nach der Sommerpause mit Klimanotstand beschäftigen

mlzKlimanotstand

Immer mehr Städte und Gemeinden rufen den Klimanotstand aus. In Olfen will sich die Politik erst nach der Sommerpause mit dem Thema beschäftigen.

Olfen

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Thema Klimanotstand wird nach der Sommerpause die Olfener Politik beschäftigen. Das sagte Bürgermeister Wilhelm Sendermann während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Anfang Juli. Ein entsprechender Antrag eines Olfener Bürgers sei eingegangen, der geprüft werde.

Selmer und Nordkirchener Rat diskutierte bereits

In Nordrhein-Westfalen haben bereits über 20 Städte und Gemeinden den Klimanotstand ausgerufen, unter anderem Münster und Düsseldorf. Zuletzt waren auch noch Gelsenkirchen und Bielefeld hinzugekommen.

In Selm hatte sich der Rat in der vergangenen Woche dagegen ausgesprochen, nach einem Antrag von UWG und Grünen sowie einer entsprechende Petition einer Selmerin sofort den Klimanotstand auszurufen. Allerdings gab es eine Mehrheit dafür, das Anliegen weiter zu prüfen. In Nordkirchen wurde ein entsprechender Antrag der Grünen abgelehnt, dort will man allerdings einen Klimaschutzmanager einstellen. Eine entsprechende Klimaschutzmanagerin gibt es mit Sarah Ludwiczak bei der Stadt Olfen bereits.

Beim Klimanotstand geht es darum, dass Städte und Gemeinden sich dem Klimaschutz verschreiben und dies als Hauptausgangspunkt ihrere Entscheidungen betrachten. Ziel ist es, die Vereinbarungen des Pariser Klimaschutzabkommens zu erfüllen und dafür zu sorgen, dass das Weltklima nicht über 1,5 Grad ansteigt.

Kritik am Wort Notstand

„Ich verfolge die Diskussion, die anderswo passiert“, sagte Bürgermeister Wilhelm Sebdermann auf Anfrage. Das Thema Klimaschutz sei seiner Meinung nach ein wichtiges Thema, allerdings finde er persönlich das Wort Klimanotstand als „unpassend.“ „Ich glaube, dass wir in Olfen schon viel machen“, sagt er.

„Wir müssen uns damit auseinandersetzen, ob wir Zustände haben, die das Wort Notstand rechtfertigen“, sagte Sendermann.

So wurde im Jahr 2014/2015 ein Klimaschutzkonzept für die Stadt erstellt. Eine der konkreten Hinweise, um die Co2-Emmissionen zu reduzieren, war die Aufladestation für Elektromobile sowie ein öffentlicher Treffpunkt und eine Orientierungsstation für Bürger und Touristen.

Dieser Mobilitätstreffpunkt entsteht gerade an der Olfener Stadthalle. Wie bereits berichtet, möchte die Stadt den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr bis 2025 von derzeit 17 auf 25 Prozent erhöhen. Untersuchungen der PTV Transport Consult GmbH, die das Mobilitätskonzept für die Stadt entwickelt hat, hatten gezeigt, dass Olfen mit 65 Prozent private Autonutzung kreisweit weit vorne ist. Der Durchschnittswert im Kreis liegt bei 49 Prozent.

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