Welche Konsequenzen hat Corona in Olfen? Das sagt Bürgermeister Sendermann

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Zwei Olfener sind mit dem Coronavirus infiziert. Welche Konsequenzen hat das für das öffentliche Leben in Olfen? Darüber haben wir mit Bürgermeister Wilhelm Sendermann gesprochen.

Olfen

, 09.03.2020, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus beeinträchtigt das öffentliche Leben immer mehr. Gesundheitsminister Jens Spahn hat am Montag dazu angehalten, auch Absagen für Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern zu bedenken, zumindest wenn die Ansteckungsgefahr hoch sei.

Der Kreis Coesfeld hatte am Montagnachmittag offiziell bestätigt, dass es zwei Infizierte aus Olfen gebe. Vorher war nur von Verdachtsfällen die Rede gewesen. Die Volksbank hatte in Zusammenhang mit Corona bekannt gegeben, ihre Filiale in Olfen für eine Woche zu schließen.

Veranstaltungen in Selm und Nordkirchen abgesagt

Anders als in Olfen sind in Selm und Nordkirchen noch keine Corona-Fälle bekannt, allerdings werden dort erste Veranstaltungen abgesagt. So wurde zum Beispiel die Kneipennacht am 21. März vorsorglich abgesagt, auch Nordkirchen hat am Montag bekannt gegeben, dass der Holland-Markt am kommenden Sonntag wegen der Corona-Gefahr ebenfalls nicht stattfinden wird.

Wie sieht es in Olfen aus? Dort steht am Samstag zum Beispiel der Auftritt der Kabarettistin Vera Deckers an. Abgesagt wird diese Veranstaltung allerdings nicht, wie Bürgermeister Wilhelm Sendermann auf Anfrage sagt: „Das Absagen von Veranstaltungen in diesen Größenordnungen wird derzeit nicht empfohlen“, sagt er.

Wirklich die ganze Schule schließen?

Zudem äußert Sendermann Bedenken hinsichtlich der Schließungen ganzer Schulen oder Kindertagesstätten. Im Kreis Coesfeld wurde am Montag das Gymnasium Canisianum geschlossen, weil sich ein Lehrer der Schuler infiziert hatte - er stammt aus Münster. In Senden ist die Geschwister-Scholl-Realschule ebenfalls weiterhin geschlossen.

Schulen und Kindergärten sollten nur bei bestätigten Erkrankungen im Umfeld der Einrichtungen vorübergehend geschlossen werden, findet der Bürgermeister. „Meines Erachtens sollte auch überlegt werden, warum solche Einrichtungen immer nur komplett ihren Betrieb einstellen. Vielleicht kann man das auch auf Schulklassen oder Kindergartengruppen begrenzen“, schlägt er vor.

„Ruhe bewahren“

Denn schließlich müsse zum Beispiel bei Berufstätigkeit oftmals eine Betreuung organisiert werden. „So gerne ich den Kindern auch ein schulfrei gönne. Das werden wir aber noch mit dem Kreisgesundheitsamt klären“, so Sendermann. Zur geeigneten Vorgehensweise sei man im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt des Kreises. „Es ist wichtig, überlegt ausreichend Vorsorge zu treffen, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern“, sagt Sendermann.

„Dass wir jetzt bestätigte Erkrankungen in Olfen haben, ändert nichts an dieser Vorgehensweise. Es ist hier wichtig, Ruhe zu bewahren, mögliche Infektionsherde zu lokalisieren und präventiv tätig zu werden.“

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