Kostüme „Made in Olfen“ liegen bereit für die tollen Tage

mlzKarneval in Olfen

Die heiße Phase des Karnevals beginnt: höchste Zeit, Bügeleisen und Nähmaschinen abzustellen und in die Kostüme zu schlüpfen. Auch die Kolpingsfamilie hat sich etwas Besonderes ausgedacht.

Olfen

, 24.02.2019, 06:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wann sie das erste Mal über Kostüme für den Nelkendienstagsumzug am 5. März gesprochen haben? Markus Fischer legt nicht einmal die Schere aus der Hand, um zu antworten. „Natürlich am 11.11.“ - wie jedes Jahr. „Wir sammeln dann Ideen und stimmen ab.“ Ob die Wahl gefallen ist? Während die beiden beweglichen Klingen in Fischers Hand flink eine Kurve meistern und einen glitzernd roten Kreis nach dem anderen ausschneiden, tritt Claudia Sander dazu. „Das“, sagt sie, „wird noch nicht verraten“.

Ein lokales Thema als Vorlage

Nur so viel: Das Kostüm greife ein lokales Olfener Thema auf. Und mit Farben habe es auch etwas zu tun, nicht allein mit Rot. „Und“, ergänzt sie,“wir werden nicht die einzige Fußgruppe im Umzug sein, die sich dieses Thema gewählt hat.“ Darüber ärgert sich an diesem Abend im Saal des Hauses Katharina aber niemand. Denn für die Frauen und den einen Mann steht fest. „Wir setzen das Thema bestimmt am besten um.“ Alle lachen.

Kostüme „Made in Olfen“ liegen bereit für die tollen Tage

Das Bügeleisen ist im Dauereinsatz. © Foto: Sylvia vom Hofe

Dass die Kolpingfamilie im Karnevalsumzug mitmacht, hat Tradition. Das gemeinsame Nähen und Basteln der Kostüme ebenfalls - nicht nur aus Kostengründen, wie die Aktiven verraten. Von der Stange einheitliche Kostüme für eine Gruppe von 17 Erwachsenen und 13 Kindern im Alter von einem Jahr bis 14 Jahren zu finden, sei einfach oft ein Ding der Unmöglichkeit. „Da sind wir lieber selbst aktiv“, so Sander - auch weil das ein schöner Anlass sei, regelmäßig zusammen zu kommen. Manchmal trinken sie dabei auch ein Gläschen. An diesem Dienstag hat aber niemand daran gedacht, den mitgebrachten Sekt zu öffnen. Lustig ist es auch so.

Baumwolle mit Moosgummi

Zu 98 Prozent wird das neue Kostüm aus Baumwolle bestehen, zu zwei Prozent aus Moosgummi, „und vielleicht tragen wir auch noch durchsichtige Regenponchos“, sagt Claudia Sander. Die hätten sie auf jeden Fall bestellt, „sicher ist sicher“. Dass schlechtes Wetter die gute Laune stiehlt, ist nicht vorgesehen.

Markus Fischer verkleidet sich an den tollen Tagen mehrfach. „Ich habe einen Fundus mit 30 Kostümen zuhause“, sagt der 49-Jährige, der an diesem Abend der einzige Mann in der Runde ist. Ob französischer Edelmann oder Cowboy: Was er tragen wird, wenn es in den nächsten Tagen zum Alter Markt nach Köln geht, weiß er noch gar nicht. Dass er am Rhein schunkeln wird, steht aber fest.

Kostüme „Made in Olfen“ liegen bereit für die tollen Tage

Die Mitglieder der Kolpinggruppe bei den letzten Vorbereitungen. © Foto: Sylvia vom Hofe

„Ich bin eben jeck.“ Und daher sei er froh, nach Olfen gekommen zu sein. Denn in seiner Heimatstadt Castrop-Rauxel, „ist Karneval irgendwie ausgestorben“, in anderen Städten ebenfalls. „Auch Dortmund kann mit unsere Olfener Karneval nicht mithalten.“

Gemeinschaft erleben

Sander liebt beides: die gute Gemeinschaft im Karneval („mit sechs Jahren war ich das erste Mal kostümiert dabei und fand es auf Anhieb großartig“) und die Gemeinschaft in der Kolpingsfamilie. „Unser Kolping-Familienkreis trifft sich alle zwei Monate“, sagt die junge Mutter, „mal zu einer Aktion mit den Kindern, mal abends nur mit den Erwachsenen.“

Kostüme „Made in Olfen“ liegen bereit für die tollen Tage

Drei Farben dominieren bei den Kostümen. © Foto: Sylvia vom Hofe

Auch die Altkleidersammlung jeden Samstag zwischen 10 und 12 Uhr im Kolpinglager an der Kanalstraße findet sie wichtig, „und zwei Mal im Jahr unsere Fahrradbörse“. Aber jetzt stehe das Feiern im Mittelpunkt: vom Pfarrkarneval St. Vitus an diesem Samstag bis zum Nelkendienstagumzug in den neuen Kostümen: mit roten, gelben und grünen Kreisen.

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