„3,50 Euro ändern nichts am Keimproblem“ - Kritik an Wasserspieplatz geht weiter

mlzWasserspielplatz

Keine Toilette und Keime. Benutzer des Wasserspielplatzes sagen, die Stadt könne mehr tun, um den Spielplatz familienfreundlicher zu gestalten. Die Stadt verweist auf ein bestehendes Verbot.

Olfen

, 28.08.2019, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Wasserspielplatz am Olfener Naturbad ist für Jörn Willwersch und seine Familie ein regelmäßiger Anlaufpunkt. „Wir wohnen in der Ächterheide“, sagt Willwersch, also quasi um die Ecke.

Willwersch war es auch, der sich darüber ärgerte, dass seine sechsjährige Tochter und deren Freundin nach einem Besuch am Wasserspielplatz nicht mal eben auf die Toilette im Naturbad durften. Bei Facebook forderte er eine Antwort von Wilhelm Sendermann - die dann auch kam. Wirklich zufrieden ist Willwersch mit der Antwort allerdings nicht. Im Gegenteil.

Problem nicht gut genug angegangen?

Bürgermeister Sendermann hatte argumentiert, dass nach dem Ausbruch des Norovirus im Jahr 2016 die Mitarbeiter im Bad angewiesen worden seien, niemanden auf die Toilette zu lassen, der nicht Besucher des Bades sei. Das gelte sowohl für die Besucher des Wasserspielplatzes als auch für Spaziergänger oder Fahrradfahrer, die zufällig am Naturbad vorbeikommen. Der Ausbruch des Norovirus habe die Stadt als Betreiber des Bades „noch einmal sensibilisiert“, so Sendermann gegenüber unserer Redaktion.

Willwersch findet nun, dass die Stadt das Problem der Keime nicht gut genug angehe. „Ich glaube, die Stadt hat nicht gut genug bedacht, dass am Wasserspielplatz ein stehendes Gewässer ist, wo auch Keime entstehen können.“

Schließlich sei es doch auch so, dass die Kinder vor einem Besuch im Naturbad gerne am Wasserspielplatz halt machen „und dann haben Sie die Keime auch im Naturbad“, sagt Willwersch. Er sei ja auch gern bereit gewesen, Eintritt zu zahlen, damit die Kinder auf Toilette können, gibt Willwersch an, „aber diese 3,50 Euro ändern nichts am Keimproblem“, so der Vater.

„3,50 Euro ändern nichts am Keimproblem“ - Kritik an Wasserspieplatz geht weiter

Das Naturbad liegt direkt am Wasserspielplatz - die beiden Anlagen gehören aber nicht zusammen. © Arndt Brede

Keime können vorkommen

Dass Keime im Wasserspielplatz vorkommen können, daraus macht die Stadt auch keinen großen Hehl. „Aus diesem Grunde ist auch das Baden in dem Wasserbecken untersagt“, teilt die Stadt zu der Kritik mit. Schon im vergangenen Jahr hatte die Stadt betont, dass der Wasserspielplatz nicht an das Reinigungssystem des Naturbades angeschlossen ist, weshalb Keime vorkommen könnten.

Neue Hinweisschilder sollten verdeutlichen, dass unter anderem das Baden am Wasserspielplatz nicht erlaubt ist. Eltern sollten auf jeden Fall darauf achten, dass Kinder mit offenen Schürfwunden nicht ins Wasser gerieten, erklärte Klemens Brömmel von der Stadt damals. Kontrollen des Wassers auf Bakterien finden jedenfalls - im Gegensatz zum Naturbad - nicht statt, wie die Stadt jetzt auf Anfrage mitteilt.

Badende Wasserspielplatzgäste stellen Problem dar

Gibt es denn irgendwelche Planungen, um das Bakterienaufkommen am Wasserspielplatz zu reduzieren? Auf diese Frage antwortet die Stadt erneut mit dem Verweis darauf, wofür der Wasserspielplatz eigentlich gedacht sei: „Der Wasserspielplatz ist zum Floßfahren und Spielen im Sand für die Familien gebaut worden. Er ist keine Badeanstalt für Hunde und darf auch nicht von Kindern zum Baden genutzt werden“, heißt es in der Antwort.

Und weiter: „Leider stellt das immer wieder ein Problem dar. Wir kontrollieren das verstärkt. Im Einzelfall verweigern wir bei einem beobachteten Baden von Kleinstkindern den Familien die Benutzung der Anlage.“

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