Lippebrücke in Ahsen: So lange müssen Autofahrer Geduld haben zwischen Datteln und Olfen

Lippebrücke Ahsen

An der Lippebrücke Ahsen fanden am Dienstag Bodenproben statt. Sie sind wichtig für die weitere Bauplanung der Brücke. Dabei gab der Kreis Recklinghausen auch einen Einblick in den Zeitplan.

Olfen, Datteln

von Fabian Hollenhorst

, 26.11.2019, 15:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lippebrücke in Ahsen: So lange müssen Autofahrer Geduld haben zwischen Datteln und Olfen

Direkt am Ufer der Lippe werden mit einem Bohrer Proben aus dem Boden entnommen, um die Tragfähigkeit des Bodens zu untersuchen. © ANDREAS KALTHOFF

Die Zeit läuft ab jetzt: 33 Monate plant der Kreis Recklinghausen für die Planung und Umsetzung des Brücken-Neubaus über die Lippe ein, der Datteln-Ahsen wieder mit der Nachbarstadt Olfen verbinden soll. Seit April 2018 ist der Weg über die Lippe gesperrt. Das beauftragte Ingenieurbüro Bockermann Fritze legte mit Bodenuntersuchungen nun eine Grundlage für die neue Lippebrücke.

An acht Stellen auf Dattelner und Olfener Stadtgebiet werden nun Proben aus dem Boden im direkten Umfeld der Lippe entnommen. Um ein umfangreiches Bild über die Beschaffenheit und Tragfähigkeit des Bodens zu bekommen, wurden die Proben in verschiedenen Tiefen entnommen. Eine erste Auffälligkeit konnte bereits vor Ort festgestellt werden: Nach knapp drei Metern wird es schlammig im Uferboden. Für weitere Untersuchungen werden die Proben ins Labor geschickt. Wenn möglich wird gebohrt, bis das Gerät auf Stein stößt.

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Neue Brücke soll deutlich breiter werden

Durch die Bohrungen soll festgestellt werden, wo die Fundamente und Widerlager der neuen Brücke platziert werden. Der Neubau soll im Gegensatz zur derzeitigen Brücke ohne Pfeiler-Elemente im Flussverlauf auskommen. Das soll umweltschonender für die Lippe-Landschaft sein.

„Wir arbeiten in enger Abstimmung mit dem Lippeverband“, sagt Carsten Uhlenbrock, Fachdienstleiter Tiefbau beim Kreis Recklinghausen. Die neue Brücke soll zwei Fahrbahnen und einen Radweg haben, wird also deutlich breiter als der marode Altbau. In diesem Zuge werden auch die Zugangsstraßen in diesem Bereich so weit wie möglich erweitert. „Der Radweg wird auf Ahsener Seite dann an einer Stelle auslaufen“, sagt Uhlenbrock. Die Straßen im Dorf seien einfach zu schmal dafür.

Im Mai 2021 könnte mit Bau begonnen werden

Die schmalen Straßen sind auch der Grund, weshalb der Großteil der Arbeiten zur Brücken-Errichtung von Olfener Seite stattfinden wird. Die Brückenteile sollen zum Großteil im Werk vorgefertigt werden, sodass die Brücke am Lippe-Ufer nur noch zusammengebaut werden muss. Die Planung der Verkehrsführung für den Baustellenverkehr und der Gebiete für Baustellenlager stehen derweil noch aus.

Die weitere Planung sieht nun vor, dass bis zum Jahreswechsel Ergebnisse der Bodenproben vorliegen. Das Ausschreibungsverfahren für den Brückenbau ist nach aktueller Planung für den Jahreswechsel 2021/22 angesetzt, sodass im Mai 2021 mit der Bauphase begonnen werden könnte. Für das Jahr 2020 sind also nur vorbereitende Maßnahmen rund um die Lippe vorgesehen.

Alte Brücke war nicht auf heutigen Verkehr ausgerichtet

Die jetzige Lippebrücke wurde im Jahr 1923 erbaut. „Sie war einfach nicht auf die heutige Verkehrsbelastung ausgerichtet“, sagt Carsten Uhlenbrock. Viele Pendler aus beiden Kreisen Recklinghausen und Coesfeld würden die Verbindung über den Fluss nutzen. Die neue Brücke soll nun als Ersatzbauwerk an der gleichen Stelle errichtet werden.

Somit erspart sich der Kreis Recklinghausen ein aufwendiges und zeitintensives Genehmigungsverfahren. Den Vorwurf, dass z.B. in den Niederlanden Brücken viel schneller erbaut würden, will Uhlenbrock nicht so stehen lassen: „Auch in Holland muss geplant werden. Man bekommt meistens nur die Errichtung mit. Und die wird auch bei der Lippebrücke schnell gehen.“ Von einem Betreten der gesperrten Brücke rät der Fachdienstleiter dringend ab. Aufgrund ihres Eigengewichtes sei sie nicht mehr standhaft und könnte jederzeit einbrechen.

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