Lippebrücke in Ahsen bleibt weiter gesperrt

Nicht tragfähig

Die Lippebrücke in Ahsen ist nicht mehr tragfähig – und deshalb mindestens noch bis zum 23. Juli gesperrt. Abriss oder Sanierung? Oder vielleicht eine Sperrung nur für LKW-Fahrer? Der Kreis Recklinghausen hält sich erst mal alle Optionen offen. Klar ist aber: Autofahrer müssen die Brücke umfahren. Wir sagen Ihnen, wo's lang geht.

AHSEN

von Uwe Wallkötter und Silas Schefers

, 15.07.2017, 09:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lippebrücke in Ahsen bleibt weiter gesperrt

Die Lippebrücke in Ahsen ist weiterhin gesperrt. Leidglich Fußgänger und Radfahrer können sie passieren.

Die Ahsener Lippebrücke bleibt noch mindestens bis zum 23. Juli gesperrt. Das teilt der Kreis Recklinghausen auf Anfrage mit. Immerhin: Frei ist die Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Für alle anderen heißt es erst mal: Nach Alternativen suchen. Wer von Ahsen nach Olfen/Münsterland (oder umgekehrt) will, muss über Flaesheim (Flaesheimer Damm und Westruper Straße) oder über Datteln und die B235 fahren.

Was war passiert? Dass die Brücke überhaupt gesperrt werden musste, hat eine Untersuchung ergeben. Der Kreis als zuständiger Straßenbaulastträger wollte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sprich: Er hat die Fahrbahnsanierung der Ortsdurchfahrt und die deshalb ohnehin gesperrte Brücke dazu genutzt, um die normalerweise alle sechs Jahre stattfindende Hauptuntersuchung des Brückenbauwerks vorzuziehen.

Brücke aus dem Jahr 1902

Jochem Manz, Pressesprecher des Kreises Recklinghausen, erklärte anschließend auf Anfrage, dass das altehrwürdige Brückenbauwerk aus dem Jahre 1902 ist nicht mehr tragfähig sei. Die Statikuntersuchung brachte zutage, dass die alte Brücke über die Lippe erhebliche Baumängel aufweist: "In den Widerlagern wurde festgestellt, dass Metallteile korrodiert sind", so Manz.

Die Kreisverwaltung wollte nach der Sperrung zeitnah weitere Statikgutachten in Auftrag geben. Was die Ergebnisse sind, konnte Kreissprecherin Svenja Küchmeister am Freitag nicht sagen. In Kürze würden Abstimmungsgespräche stattfinden. "Danach wird die Entscheidung gefällt, was wir damit machen", so Küchmeister. "Ich denke schon, dass sie das Ziel haben, kurzfristig eine Entscheidung zu treffen."

Mehr als 4.000 Fahrzeuge täglich

Ob eine Sanierung noch Sinn macht oder ob sich eher ein Brückenneubau empfiehlt, ist also noch unklar. Alle Optionen seien noch offen, so Küchmeister weiter. Die festgestellten Baumängel würden nicht automatisch eine lange Sperrung bedeuten, erklärte Kreispressesprecher Manz nach der ersten Untersuchung auf Anfrage. Es könne ja je nach Ergebnis der Gutachten auch dazu führen, dass die Brücke nur für LKW gesperrt bleibt und für PKW freigegeben wird.

Fakt ist, dass mehr als 4.000 Fahrzeuge täglich – so viele wurden bei der Verkehrszählung der SPD 2015 ermittelt – zunächst weite Umwege in Kauf nehmen müssen.

Sehen Sie hier, wo die Brücke liegt

Sehen Sie hier, wo die Sperrung ist. Sie können den Ausschnitt vergrößern und verkleinern und sich eine Alternativ-Route berechnen lassen.  

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