Maria Holtmann verlässt das Rathaus nach 43 Dienstjahren

Interview

Im Olfener Rathaus ist Maria Holtmann längst eine Institution. Vor 46 Jahren begann sie dort ihre Ausbildung zur Verwaltungsangestellten. In drei Wochen geht sie in den Ruhestand. Im Interview erzählt sie aus dem Berufsleben, wie umständlich die Arbeit ohne PC war und warum Bürger nicht mehr Bittsteller sind.

OLFEN

von Von Matthias Münch

, 26.04.2011, 16:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Verwaltung ist mehr und mehr zum Dienstleistungsunternehmen geworden. Der Bürger wurde vom Bittsteller zum Kunden. Ich habe alle Entwicklungen immer gerne mitgemacht.  

Vor allem die Technik. Herr Voß und sein Kämmerer Josef Buxkämper haben mir die Haushaltspläne früher diktiert. Ich habe sie per Steno mitgeschrieben und dann in der großen Schreibmaschine mit zwei Matrizen zur Vervielfältigung getippt. Anfang der 70er Jahre bekam ich die erste IBM-Kugelkopfmaschine - eine kleine Revolution - und Ende der 80er Jahre den ersten „dummen“ Computer. Ein paar Jahre später kam der erste PC. Das war eine ganz schöne Herausforderung. Die Maus war anfangs nie da, wo ich war. Aber ich habe das schnell gelernt.  

Ja, seit 1993 führe ich per Steno die Sitzungsprotokolle im Rat und im Hauptausschuss. Nach und nach kamen auch alle anderen Ausschüsse dazu. In dieser Zeit sind bei rund 500 Sitzungen einige tausend Protokollseiten zusammen gekommen.  

Als Lehrling habe ich am Wahlabend die Schnellmeldungen von der Telefonzentrale ins Chefbüro gebracht. Später bin ich immer weiter in die komplette Organisation der Wahlen eingestiegen, wobei das bei den Kommunalwahlen natürlich wesentlich umfangreicher ist als bei Europa-, Landtags- oder Bundestagswahlen.  

Ich gehe mit etwas gemischten Gefühlen. Es wird schon seltsam sein, morgens nicht mehr los zu müssen. Pläne habe ich nicht gemacht. Aber ich werde den Wunsch eines Kollegen berücksichtigen: Möge es dir im Ruhestand nie langweilig werden.

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