Milchbauer verärgert über den Millionen-Hilfs-Fonds

EU-Förderung

OLFEN Eine vernünftige Politik hatte Milchbauer Ludger Schulze Althoff zur Verbesserung der finanziellen Situation gefordert. Den jetzt von der EU in Aussicht gestellten Millionen-Hilfs-Fonds hatte er damit allerdings nicht im Sinn.

von Von Alexandra Neuhaus

, 21.10.2009, 18:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Ludger Schulze Althoff organisierte die Proteste.  <p></p> Wolters</p>

<p>Ludger Schulze Althoff organisierte die Proteste. <p></p> Wolters</p>

280 Millionen Euro hat EUAgrarkommissarin Mariann Fischer Boel im EU-Haushalt aufgetrieben, die sie nun zur Rettung der Milchbauern einsetzen will. Die Zustimmung der zuständigen EU-Gremien dürfte sicher sein.1000 Euro pro Landwirt pro Jahr

280 Millionen Euro - viel Geld auf den ersten Blick. Doch bei genauem Hinsehen entpuppt sich diese Zahl als weniger gigantisch. Pro Landwirt wären dies etwa 1000 Euro im Jahr. Hohn in den Ohren von Bauer Schulze Althoff, der in den letzten Wochen mit mehreren Kollegen vom Bund Deutscher Milchviehhalter verschiedenste Protestaktion organisiert hatte.

"Das ist noch nicht einmal Wasser auf den heißen Stein, das ist nur heißer Dampf", wählte der Olfener drastische Bilder. Drastisch, aber in seiner Situation durchaus nachvollziehbar. "Aufgrund des geringen Milchpreises fehlen uns im Monat 5000 bis 10 000 Euro", sagt der Olfener. Mengereduzierung gefordert

Der EU-Fonds, den Bundes-Agrarministerin Ilse Aigner als "Zeichen, das Wirkung zeigen kann" bezeichnet, ist für Schulze Althoff lediglich ein "Politikum". "Klar ist es schön, dass die EU uns helfen will, aber 1000 Euro mehr oder weniger fallen nicht auf", sagt der Olfener.

Was stattdessen helfen würde? "Eine drastische Mengenreduzierung europaweit, die sich flexibel an den Marktbedarf anpasst und die am besten in Bauernhand liegen soll", glaubt Schulze Althoff. Sein Glauben an die Politik hat arg gelitten, und so sind auch seine Hoffnungen an die neue Bundesregierung begrenzt. "Wir Landwirte sind deutschlandweit einfach in der Minderheit", glaubt Schulze Althoff.

Keine Lobby, keine Veränderung, so lautet seine ernüchternde Rechnung. "Wir müssen selber um unser Einkommen kämpfen, und das werden wir auch weiter tun", sagt der Milchbauer. Seinen Kämpfergeist hat Ludger Schulze Althoff noch nicht verloren.

Lesen Sie jetzt