Mit dem Hubsteiger zum Storchenhorst: Storchen-Nachwuchs bekommt Ringe

mlzNachwuchs in Steverauen

Die Störche in den Steverauen am Floßanleger hatten Erfolg beim Brüten. Nun haben sich erstmals Menschen dem Horst genähert - zum Beringen. Jetzt steht auch fest, wie viele Babys im Nest sitzen.

Olfen

, 01.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang Mai stand fest: Die Störche in der Steveraue unweit des Floßanlegers hatten wieder Erfolg beim Brüten. Mehrer kleine Schnäbel schauten immer mal wieder über den Nestrand. Einen knappen Monat später haben die Jungstörche in ihrem Horst Besuch von Menschen bekommen.

Michel Jöbges, der seit vielen Jahren ehrenamtlich die Jungstörche in Olfen beringt, war am Freitag (29. Mai) wieder in Olfen, um auch die Jungstörche zu beringen, die Anfang Mai im Horst am Sternbusch nahe dem Floßanleger geschlüpft sind. Der Storchennachwuchs ist nun schon so groß, dass sie bedenkenlos mit einem Ring versehen werden können, teilt Georg Holtmann mit, der sich um die Störche in den Auen kümmert.

Eltern beobachten das Geschehen vom Boden aus

Nun ist auch klar, es sind vier junge Störche geschlüpft. Anfang Mai hatte Holtmann noch drei Schnäbel gezählt. Auch das wäre schon ein guter Bruterfolg gewesen. Alle vier Jungstörche sind in einem sehr guten Zustand, erzählt Holtmann jetzt. Während der Beringungs-Aktion warteten beide Elterntiere unten in der Aue und beobachteten das Geschehen. Direkt nach der Beringung flogen beide wieder auf den Horst, um nach dem Rechten zu sehen.

Mit einem Hubsteiger sind Everhard Maikötter und Michael Jöbges haben die Störche berringt.

Mit einem Hubsteiger sind Everhard Maikötter und Michael Jöbges haben die Störche berringt. © Gaby Wiefel-Keysberg

Zur Mittagszeit fuhren Everhard Maikötter vom städtischen Bauhof und Michael Jöbges mit dem Hubsteiger an den Horst heran. Jöbges konnte aus dem Korb heraus die Jungstörche einem nach dem anderen seinen Ring anlegen. Der Ring ist aus Kunststoff und so leicht, dass er keine Behinderung im künftigen Storchenleben darstellt, teilt Holtmann mit.

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Von jedem beringten Jungstorch werden die Daten des Ortes, des Zeitpunktes der Beringung und des Alters des Jungstorches gesammelt. Die Daten werden dann an die Vogelwarte Helgoland in Wilhelmshaven übersandt. Dort werden sie registriert.

Die Jungestörche verhalten sich beim Berringen ganz ruhig. Als die Menschen weg waren, haben die Eltern der Störche direkt wieder nach dem Rechten gesehen.

Die Jungestörche verhalten sich beim Berringen ganz ruhig. Als die Menschen weg waren, haben die Eltern der Störche direkt wieder nach dem Rechten gesehen. © Gaby Wiefel-Keysberg

Sollte ein beringter Storch in Olfen oder auf der Reise ins Winterquartier gesichtet gesichtet werden, kann über die Ringnummer festgestellt werden, wo und wann der Storch beringt worden ist. Wenn also Vogelbeobachter demnächst einen Storch mit der Ringnummer 1 V 881 bis 1 V 884 entdecken, werden sie feststellen, dass dieser Storch in Olfen beringt und groß geworden ist.

Anfang August ziehen die Jungstörche aus

Die kleinen Störche werden noch einen Monat im Horst bleiben und von den Eltern gefüttert werden. Dann werden sie den Horst verlassen, um unter Anleitung der Eltern selbständig nach Nahrung zu suchen. Anfang August werden sie dann – ohne ihre Eltern – aufbrechen, um den Winter entweder im Süden Europas oder sogar in Afrika zu verbringen.

Die Eltern folgen den Jungen etwa vier Wochen später. Sie müssen sich zunächst einmal nach der anstrengenden Zeit der Aufzucht erholen und selbst wieder Kraft tanken.

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